Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 247)
- Language
- German
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Ein angeblicher Widerspruch zwischen dem babylonischen und dem jerusalemischen Talmud. Von Rabbiner Dr. Funk in Wien. Die Datierung der Scheidebriefe hatte einen dreifachen Zweck: 1) die Zeit zu bestimmen, von welcher an der Frucbtgenuss von dem Eigentume der Frau wieder derselben zufällt; 2) im Falle eines sittlichen Vergehens der Frau festzustellen, ob ein Ehebruch vorliegt und 3) bei einer Wiedervereheliehang der Frau die väterliehe Abstammung eines event. Kindes zu bestimmen. Welche von den angeführten Gründen für die Anordnung der Weisen massgebend war, konnte in der Zeit der Amoräer nicht mehr festgestellt werden» Die Ansichten gingen auseinander. Nach der Überlieferung des babylonischen Talmuds (Gittin 17 a) nahm R. Jochan&n den zweiten der angeführten Gründe בת אחותו by שמא יחפה als den massgebenden an, sein Schwager R. Simon b. Lakisch den ersten משום פירי» Schon Rabbi Ascher und RSbA z. St. wiesen auf die merkwürdige Parallelstelle im Jerusalem. Talmud (Gittin II, 2 Seite 44 a) hin. die im Widerspruche zur babyl. Überlieferung im Namen Rabbi Jochanans den Grund משום פירי angibt1). Dieser Widerspruch wurde auch von Frankel (Einleit, in d. jer. Talmud 43a) und von Dünner in den talmud. Glossen z. St. behandelt. Letzterer bemerkt — ohne auf die Vorgänger zu verweisen — : האד. זה דבר פלא בירושלמי מקום וביתו דד יוחנן אמר משום פיח. (Und diese Tatsache ist umso merkwürdiger, als im jerusal. Talmud Gittin IV, 3) im Namen R. Hunas das Factum eines Verschleierungs- ף Anmerkung d. Red. Vgl. oben S. 151 Anm. 17. ׳#