Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 232)
- Language
- German
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224 auch dem christlichen Professor bedeutsam erscheinen, und dies noch gar 29 Jahre später beim Erscheinen seiner ״kurzen Geschichte der Universität“? Gegen die zweite Mitteilung Tobias ״und noch niemals dort ein Jude studiere“ erhebt Freimann den Ein wand, dass bereits 1659 Jacob Kohn aus Massow in Pommern und 1663 Joel Bloch aus .Meseritz in Polen in Frankfurt inskribiert worden seien. Aber auch diese Gegengründe sind hinfällig. Ist es denn sicher, dass Jacob Kohn aus Massow in Pommern ein Jude war? In der Matrikel steht darüber nichts. Auch ist es sehr zweifelhaft, ob um die Mitte des siebzehnten Jahrhunderts in Pommern überhaupt Juden lebten. 1492 oder kurz danach ״verwies Herzog Bugeslaw ihnen allen das Land“ * 1). In Schwedisch-Pommern, zu dem Massow gehörte, durften Juden erst seit 1717 wohnen, nach zwei anderen Quellen durften sie dort noch 1793 und 1813 sich nicht ansiedeln2 *). Die Nachrichten, dass zu Anfang des •siebzehnten Jahrhundert« Juden aus Pommern, wie ös scheint, zu den Gründern der Gemeinde in Märkisch-Friedland gehörten, und im Jahre 1700 sieben Juden in Massow gezählt wurden"׳), bieten noch keine Ge währ, dass der Studiosus aus Massow vom Jahre 1659 ein Jude war. Auch der Name Kohn, so verlockend er klingt, deutet nicht mit Sicherheit auf einen Juden4). Wie irreführend der Schluss ‘) Donath, Geseh. d. Juden in Mecklenburg, Leipzig 1874, S. 77. s) Jost, Geseh. der Israeliteil IX 156, Klaje, Pommern im Jahre 1813 (Beilage zum Jahresbericht des Kgl. Dom- und Realgymnasiums zu Kolberg) I, Kolberg 1914, S. 94, Friedländer, Aktenstücke, die Reform der jüd. Kolonien in den Preuss. Staaten betr., Berlin 1793, S. 107 Anm. , * . *) Mitteilungen aus dem Gesamtarchiv I 71, König, Annalen a. a. 0. S. 129. *) Vgl. Rahmers jüd. Literaturblatt XVIII 190, Im deutschen Reich VII, Berlin 1901, S. 413, Historische Monatsblätter f. d. Prov. Posen XVIII, Posen 1917, S. 142 Medizibairat Cohen von Baren, der nach einer Mitteilung des H. Stadtrats Kronthal-Posen an mich d. d. 29. Okt. 1917 evangelisch war. Anfragen in Massow blieben ergebnislos. Nach einer Mitteilung des H. Martin Aron das. d. d. 17. 8. 1916 ״reichen weder die christlichen noch die jüdischen Geburtsregister so weit zurück;״ Rieger a; a. 0. S. 183 sagt: ״Ger am 7. Dezember 1778 als Logicus (in Heidelberg) eingetragene Nicolaus Levi ist trotz seines Namens kein Jude.- Über den Christen Heinrich lsaack in Guhrau und Sfcorebnest (17. Jahrb.) 8. Hiator. Monatsbl. a. a. 0. 1916 S. 123, die Christen Abrahainson, Jode, Judeus, Izrahell s. Carlebach, Geseh. d. Jud. in