Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 230)
- Language
- German
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222 In dieses Dunkel fiel der Lichtblick des grossen Kurfürsten. Es ist schon möglich, dass sein Adlerauge auch hier die Vorzüge Hollands erspäht hat, das schon in der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts jüdische akademische Bürger auf seinen Universitäten aufwies* 1) Bereits 1667 sagte er zu, dass auf der in Aussicht genommenen ״Academia Gentium in Tangermünde . . auch *Juden . . . nach vorheriger examination ihrer Süffisance tolerieret werden“ sollten. ״Auf Grund specieller Erlaubnis soll auch jüdiseben . . . Gelehrten der Zutritt nieht verwehrt sein, wofern sie als rechtschaffene Bürger einen unanstössigen Lebenswandel führen und ihre ״Irrlehre“ nicht verbreiten wollen“2). Zu welcher Zeit und welchen jüdischen Studenten hat der grosse Hohenzoller zuerst die Erlaubnis erteilt, die Viadrina zu beziehen? Bekanntlich berichtet der berühmte Arzt Tobia ben Mose in der Vorrede zu seinem מעשה טוביה (ed. prine. Venedig 1707), dass er uud sein Freund Gabriel die ersten gewesen seien, die dieses Vorzuges sich erfreuen durften (1678) und fügt dem hinzu: ואף שזה לנגד הקם ונימוסם כי מעולם לא למד שום יהודי בזה המדרש. Letzteres übersetzt A. Freimann 3j: ״Trotzdem es gegen ihre Statuten war, und noch niemals ein Jude dort studiert hatte“ und bezweifelt die Richtigkeit beider Angaben. Gegenüber dem ״trotzdem es gegen ihre Statuten war“ beruft er sich auf L. Geiger, der feststellt; In dem Stiftungsbrief der Universität und in der kaiserlichen Bestätigung vom 26. Oktobor 1600 steht nichts von Berlin 1803, S. 13, Zunz, ges. Sehr. II, Berlin 1876^ S. 261. Rönne und Simon, Verhältnisse der Juden, Breslau 1843, S. 104; vgl. das. S. 443 ff., Jahrbuch f. jüd. Gesch. u. Lit. XXII, Berlin 1919, S. 105, 110, Frankel, Dr. Bernhard Beer, Breslau 1863, S. 107 Ajnn. 1) Isr. Monatsschrift a. a. 0., Grunwald a. a. 0., das. XIV 84, Kaufmann, ges. Sehr., III 299. 2) Mitteilungen aus d. Gesamtarchiv der deutschen Juden 1 104, GraeU, Gesch. d. Juden, X1 269 fi; vgl. noch Freudenthal, Die Familie Gompe״z S. 18 f. Über einen Schutzbrief zur Niederlassung des Moses Jacobsohn de Jonge aus Holland in Memel 1664 s. Riilf, Zur Gesch. d. Jud. in Memel Memel 1900, S. 5 (Religionsschul-Bericht). Schutz den litauischen Flüchtlingen 1656 s. meine ״Judenverff. iui 2. sehwed.-poln. Kriege“,P osen 1901, S. 18.; . *) Zeitschrift f. hehr. Bibliogr. XIV 117 Bf., wo die Literatur über die beiden Studenten zusammengesteilt ist.