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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1921-01-01 · XIV. (1921) · page 98

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIV. (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 98)
Language
German
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IRI
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90 anderen Seite blieb die Verehrung R. Lakischs für seinen ehemaligen Lehrer dieselbe, auch nachdem er längst sein ebenbürtiger Kollege geworden war. Der Ruf von Resch Lakisch verbreitete sich weithin, und seinen Anordnungen fügte man sich auch an anderen Orten, in die ihn seine Reisen führten. Denn auch von Tiberias aus unternahm er häufig Reisen; wir treffen ihn wiederholt in Bozra1), dem ehemaligen Sitz der nabatäischen Könige, wo die jüdische Gemeinde von ihm einen Beamten erbittet, der als Prediger, Richter, Schullehrer und Synagogenbeamter fungieren könnte. Er empfiehlt ihnen darauf einen Jünger aus Babylonien. Ein anderes Mal verbietet er den Einwohnern von Bozra, unverzehntel es Getreide zu essen und Wasser zu trinken, das Gegenstand heidnischer Verehrung gewesen war. R. Jochanan, dem er darüber berichtet, veranlasst ihn aber beide Entscheidungen zurückzunehmen, da Bozra nicht mit dem biblischen Bezer identisch sei, also nicht zu Palästina gehöre, und da ferner Wasser, das der Allgemeinheit gehöre, durch Missbrauch zum Götzendienst nicht zur Benutzung verboten werde. Auch nach Tripolis führte ihn einmal sein Weg2). In ß. Simon ben Lakisch paarten sich die Eigenschaften des urwüchsigen Naturmenschen mit denen des tiefen, scharfsinnigen Forschers. Seine Körperkraft, die ihn einst dazu geführt hatte, sich den Gladiatoren zu verkaufen, offenbarte sich auch später bei mancher Gelegenheit3). So wurde einst ein Gelehrter, R. Assi, von einer Räuberschar gefangen genommen; die Genossen verzweifelten an seiner Rettung und wollten ihn seinem Schicksal überlassen. R. Lakisch aber sagte: ״Ich werde ihn befreien, ob ich dabei töten muss oder getötet werde!״ Er eilte den Räubern nach, und es gelang ihm auf gütlichem Wege, den Gefangenen aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. Ein anderes Mal kam er ins Lehrhaus und traf R. Jochanan sehr verstört. Er fragte ihn nach der Ursache seiner Betrübnis und hörte, dass Räuber die Habe R. Jochanans gewaltsam weggeführt hatten. Er beschloss 1) ע״ז ג״ח ע״א, ירוי שביעית ס״ו וז״א־. 2) ירושלמי שבת פ״ז ה״ז הורה באטרובליס, was Jawitz richtig als Tripolis erklärt. ״ירושלמי תרומות ם״ח ה״ח (״

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