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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1921-01-01 · XIV. (1921) · page 96

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIV. (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 96)
Language
German
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88 erzählt1), um die Gestalt des längst verstorbenen ß. Ghija, für den er ejae besonders grosse Verehrung hegte, wenigstens im Traume zu sehen. Seinen dauernden Aufenthalt aber nahm er dann in Sepphoris, wo er neben R. Jocbanan schon als Gelehrter anerkannt war. Bald darauf trat ein für die weitere Entwicklung der Verhältnisse in Palästina sehr wichtiges Ereignis ein : die Übersiedlung R. Jochanans von Sepphoris nach Tiberias. Den Anlass dazu gab eine Kontroverse mit R. Cha-nina. R. Jocbanan hatte in zwei Fragen gegen die Ansicht R. Chäninas Stellung genommen, worauf R. Chanina die unwillige Äusserung tat: ״Wozu bringt ihr mir diesen Gelehrten hierher! Wenn ich erlaube, verbietet er, wenn ich verbiete, erlaubt er2)!ü R. Jocbanan fasste darauf den Entschluss, ein neues Lehrhaus zu gründen, und er erwählte zu seinem Wohnort das nahe gelegene Tiberias. R. Simon ben Lakisch entschloss sich sogleich, seinem Lehrer und Schwager, mit dem ihn ein inniges Band der ׳Freundschaft verknüpfte, dorthin zu folgen. Tiberiass), das von Herodes zur Residenz ausgebaut worden war, lag!in herrlicher, fruchtbarer Gegend am See Genezaretb, den eine Reihe blühender Städte und Dörfer umsäumte. Die Stadt war berühmt wegen ihrer heilkräftigen heissen Quellen (חמי טבריא), die im Talmud an vielen Stellen den Gegenstand halacbischer Fragen bilden. Im Norden, bei Migdol, begann auch die im Talmud wegen ihrer Fruchtbarkeit oft erwähnte Ebene Genezaretb (בקעת גנוסר), in der, wie Josephus erzählt, die Fruchtarten aller Zonen üppig gediehen. In dieser Ebene pflegten auch die Schüler von R. Jochanan und R. Simon ben Lakisch zu lustwandeln und von den süssen Früchten zu gemessen4). Die Stadt selbst war von breiten, mit Palmen bepflanzten Strassen durchzogen und mit zahlreichen Bauwerken geschmückt. Der Talmud berichtet auch von zwölf Syna-, gogen, die in Tiberias waren. Es werden zwar schon aus früherer Zeit Gelehrte erwähnt, die in Tiberias ihren Wohnsitz hatten; zum Mittelpunkt des geistigen Lebens aber wurde die Stadt erst durch die Tätigkeit von R. Jochanan und ß. Simon ben Lakisch. .ירו' כתובות פי״ב ח״ג(ג ף S. flalevy Ha S. 307. 3) Über das alte und das neue Tiberias s. Halevy das. S. 70. .ברכות ס״ך ע״א (*

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