Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 80)
- Language
- German
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72 Rabbiner Pelta Epstein wurde er in die Kenntnis der heiligen Schriften und ihrer Erklärer, sowie in die Anfangsgründe des Talmudstudiums eingeführt.ץ Ein kinderloser gottesfürchtiger Mann, R. Marum Ettlinger in Karlsruhe, nahm den begabten und lernbegierigen Knaben an Kindesstatt in sein Haus und Hess bis an sein Lebensende (1830) dem körperlichen und geistigen Gedeihen seines Pfleglings eine rührende und aufopfernde Fürsorge zuteil werden. Im Jahr 1813 setzte mein Vater seine Talmudstudien bei R. Aron Ettlinger in Karlsruhe fort in Gemeinschaft mit dessen S^lin Jakob, dem späteren hochberühmten Rabbiner in Altona. Hierdurch wurde zwischen ihnen ein Freundschaftsbund begründet, der später durch verwandtschaftliche Beziehungen noch mehr be־ festigt wurde. In Karlsruhe genoss mein Vater gleichzeitig den Unterricht des Oberlandrabbiners Ascher Löw (Ascher Wallerstein, Sohn des שאגת אריה) im Talmud und seinen Dezisoren. 1816 bezog mein Vater die Jeschiba des R. Herz Scheuer in Mainz und vollendete alsdann 1820-1825 seine Talmudstudien bei R. Mose Tubioh in Hanau, von (lern er auch התרת הוראה erhielt. 1825 wandte er sich nach Würzburg, um bei dem dortigen Rabbiner Abraham Bing sich in seinem talmudischen Wissen zu vervollkommnen und gleichzeitig auch auf der dortigen Universität sich in Wissenschaftlieber Beziehung für den künftigen Lebensberuf vorzubereiten. Mit besonderem Interesse besuchte er die religionspbilosophischen Vorlesungen des Professor Wagner. Nach Verlauf von zwei Jahren kehrte er in sein Elternhaus zurück und wurde 1829 als Bezirksrabbiner nach Gailingen berufen. Vor Antritt dieser Stelle schloss er den Ebebund mit meiner frommen sei. Mutter ז״ל Regine (Rechel), Tochter des Abraham Ettlinger aus Karlsruhe. In Gailingen entfaltete er in einem Zeitraum von 22 Jahren eine reich gesegnete und erspnessüehe Wirksamkeit. Mit Gattin und zwölf Kindern übersiedelte er 1851 nach Tauberbischofsheim und verbreitete auch dort als Bezirksrabbiner reichen Segen durch treue Hingabe an sein heiliges Amt. Durch Liebe und Duldsamkeit gewann er die Herzen aller Menschen. Sein Redetalent befähigte ihn, auf der Kanzel durch ebenso strenge wie freundliche Ermahnung und Belelirung auf die sittlich-religiöse Vervollkommnung seiner Zuhörer einzuwirken. Mit hervorragend pädagogischem Wissen begabt hat er besonders auf die Religionsschulen seines Bezirks einen nach-