Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
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15 wo er als Laudesrabbiner für den Ober- und Untererzstift angesteOt wurde1). Einen 1668 an ihn ergangenen Ruf, die Rahbinerstelle in Worms zu übernehmen, lehnte er ab und zog jene in Hanau vor, wo er eine Talmudschule errichtete nnd viele Schüler ansstellte. An den hohen Festtagen machte er sich auch als Vorbeter um die Gemeinde verdient. Nach neunjährigem erfolgreichem Wirken starb er hier hochbetagt am 21. Adar I (23. Februar) 1677 nnd wurde am folgenden Tage mit grossen Ehren und unter vielfachen Trauerkundgebungen zu Grabe getragen. Seine Gattin Edel, Tochter des Mose Ulmo2 *) (auch Mose Augsburg genannt) aus Pfersee5) starb einige Jahre später; seine Tochter Frendlin starb als Gattin des Mose Hahn in Frankfurt4); eine zweite Tochter Schönte, Gattin des Isack Bunams, starb 1727 in Prag5). Eines weit verbreiteten und wohl verdienten Rufes erfreute sich R. Jakob Simons Nachfolger Chaggai Chanah b. David Levi. Aus seinem Lebensgang, der von Kaufmann (Letzte Vertreibung p. 196) und zuletzt von mir (Jahrbuch VHI, 90ff.) eingehend dargestellt wurde6), sei hier nur kurz erwähnt, dass er etwa 1620 in Prag als Sohn des David Levi, des späteren Rabbiners von Eisenstadt, geboren wurde. Nachdem er mit Ritsch!, der Tochter des reichsten Mannes im Wiener Judenviertel, Koppel Frankel, den Ehebund geschlossen hatte, verbrachte er längere Zeit in Wien und zog von dort nach Vertreibung der Juden (1670) nach Fürth. Vier J^hre später folgte er einem Rufe auf das *) Vgl. meinen Aufsatz zur Geschichte der Rabbiner in Mainz, Jahrb. 111,223. 2) Vgl. meine Blätter II, 49 No. 76; ich habe dort bereits darauf hingewiesen, dass das im Cat. Hamburg ed. Steinschneider bei cod. 87 angeführte בורמש auf einem Lesefehler beruht und in בונמש z® verbessern ist, was sowohl dem Herausgeber des Katalogs (s. dort geogr. Register s. v. י(בזרמש als auch Brüll (Jahrb. IV, 177) entgangen ist, die das bezeiehnete Wort ״in Worms“ umdeuten. Zimmermann 1. c. p. 508 gibt unserm Bunems den Namen Bosnis. s) Auch im Pferseer Memorbuch erhält Jakob Simon Bonems einen ehrenden Nachruf; vgl. Mtsch. 22, 512. 4)אבני זכרון No. 5628. ö) Vgl. Hock 1. c. p. 37 u. 399. 6) Zur Ergänzung meiner dortigen Angaben sei hier bemerkt/ dass ich in dem im Hanauer Memorbuch ver zeichneten und 1701 hochbetagt verstorbenen Mordechai Model einen Bruder unsers Chaggai Chanocb vermute.