Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 338)
- Language
- German
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287 schon im Brühl, allerdings im westlichen Teile, befand, lag bereits im 18. Jahrhandert hauptsächlich in den Händen der Juden und Griechen. Ihre Einkäufe erstreckten sich auf alle Messartikel und waren in Woll-, Baumwoll-, Seiden-und Kurzwaren am bedeutendsten. Von besonderer Wichtigkeit für die Messen war ein Teil jüdischer Einkäufer, der sich auf den Einkauf der sogenannten ״Poffelwaren“ verlegte, die heute unter dem Namen ״ Partiewaren noch immer einen beliebten, fast ausschliesslich in jüdischen Händen sich be« findenden Handelszweig ausmachen. In dem obenerwähnten Bericht des Herrn v. Hagen wird schon in Rücksicht darauf, dass ein Messhandelsplatz ״wegen der in allen Handlungen sieb befindenden und an Juden lediglich abzusetzenden Poffelwaren ohne Juden nicht sein kann“, zu den von ihm vorgescblagenen Erleichterungen des jüdischen Messhandels geraten. Einen wertvollen Zuwachs erhielten die Leipziger Messen 1801 durch die, wegen von der preussischen Regierung erlassener handelserschwerender Gesetze von Frankfurt a. 0. verscheuchten süd- und ostpreussischen Juden und die ebenfalls von dort heranziehenden ״Sackjuden44. Ihren Namen verdankten sie den grossen leinenen Säcken, die sie statt allen andern Gepäcks mit sich führten, und in welche sie die für sich und ihre Landsleute, mit denen sie eine Art Kompagniegeschäft betrieben, eingekauften Waren steckten. Da sie nur gegen bar kauften, waren sie am Leipziger Platze sehr willkommen. Die Umwälzung des Verkehrwesens hat den Leipziger Messen ein verändertes Aussehen gegeben. Aus der schwerfälligen Warenmesse ist eine zierliche, elegante Mustermesse geworden. Unverändert aber ist die rege Beteiligung der jüdischen Kaufleute an diesen Medien geblieben. Wer während der Messen durch den Brühl wandert oder von den an den überwältigenden Messpalästen zu Tausenden aufgesteckten Messschildern die vielen echt jüdisch klingenden Namen abliest, kann sich leicht davon überzeugen, dass die Juden, wie sie in früheren Jahrhunderten ein Hauptfaktor der Messen waren, auch heute noch eine mächtige Stütze derselben bilden. Und wenn es richtig ist, was der Leipziger Oberbürgermeister Dr. Georgi in seiner Eröffnungsrede der zur Erinnerung an die 400jährige Bestätigung der Messen veranstalteten Sachs.- Thüringischen Industrie- und Gewerbeausstellung sagte: ״Dieses