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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1920-01-01 · XIII. (1920) · page 336

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIII. (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 336)
Language
German
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285 aber die Leipziger Messen ihre Höhe and Berühmtheit aneh ohne die Teilnahme der Juden an ihnen erlangt hätten, ist bei der hervorragenden Stellung, welche die Juden im Messhandel naeh dem europäischen Osten entnahmen, und bei der Wichtigkeit, die ihren Einkäufen in allen Messberichten zugeschrieben wird, sehr fraglich. In einem Berichte der Commerziendeputation über die Michaelimesse 1789 wird sogar ausdrücklich anerkannt, dass auf dem Handel der polnischen Juden ״dermalen die Auf• rechterhaltung der Leipziger Messen und eines Teils der hierländischen Manujfacturen wesentlich beruht“ Ohne Zweifel waren die Juden das, was in einem andern Bericht von ihnen behauptet wird: ״eine der ergiebigsten Quellen des Leipziger Messhandels.a War schon der Prozentsatz der jüdischen Messbesucher dem Verhältnis nach ein ziemlich hoher (nach statistischen Ergebnissen betrug er bereits im Jahre 1754 dreizehn Prozent), der, weil die Juden Ver- und Einkäufer in einer Person waren, doppelt ins Gewicht fiel,י so war es doch hauptsächlich der grosse Waren- und Geldumsatz, den sie der Messe brachten, der ihre Bedeutung in hervorragender Weise in die Erscheinung treten Hess. Den Wert der auf den einzelnen Messen umgesetzten Güter beziffert man auf 21/*—41/* Millionen Taler. Vergleicht man damit den Handel der Juden, deren Einkauf fast durchwegs auf eine halbe Million Tlr. geschätzt wird und deren eingeführte Rohprodukte auf einen Wert von 300000 Tlr. veranschlagt werden dürfen, so ergibt das einen Umsatz von 800000 Tlr., also mehr als den vierten Teil des Gesamtumsatzes. Bei der grossen Bedeutung, welche die Handelsjuden für die Leipziger Messen hatten, war es begreiflich, dass man ihre Einkaufe und Verkäufe mit ganz besonderer Aufmerksamkeit verfolgte. Verfolgt man die seit 1747 geführten Berichte der Oster- und Michaelimessen, so gewinnt man den entschiedenen Eindruck, dass vom Einkauf der Juden der gute, resp. schlechte Geschäftsgang der Messen abhing. In allen diesen Berichten werden die Juden an allererster Stelle genannt. Besonders geschätzt wurden sie wegen ihrer bedeutenden Bareinkäufe. Obgleich ihnen ein nicht unbedeutender Kredit gewährt wurde, waren doch in erster Reihe sie es, die grosse Barmittel in den Verkehr brachten. So schätzt der Bericht von 1771 den Einkauf der Juden auf eine halbe Million

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