Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 208)
- Language
- German
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157 sitz hatte er am Hofe der Könige von Kastilien, täglich umherkreisend von Dorf zu Dorf, sich aufhaltend in Gesträuchen, Höhlen und Gefängnishäusern“ 1). Trotzdem beschäftigte er sich mit den Wissenschaften und mit den Schriften christlicher Gelehrter, die nach ihm ״eine Art von Erklärung einzelner Gebote der Thora“ sind2). Meir verkehrte auch mit gelehrten Christen, bei denen er * über manche Fragen Belehrung suchte3). Er war mit Benveniste b. Salomo b. Labi de la Cavalleria in Saragossa4) befreundet und verehrte mit Begeisterung den Dichter Salomo da Piera. Durch Leute, die zu dem Dichter fuhren, liess Meir diesen öfter grüssen, einmal auch durch seinen Freund Benveniste, mit dem er zufällig in einer Stadt Navarras zusammengetroffen war. Für seine Beweise der Aufmerksamkeit sandte Salomo da Piera an Meir Alguadez ein überschwengliches Gedicht5 6). Als es dem Dichter später schlecht ging, nahm sich Meir seiner an *ל. In einigen Gedichten besang ihn dafür da Piera und klagte ihm sein Leid 7). In dem Schreckensjahre 1391 musste Meir vorübergehend das Scheinchristentum annehmen, worauf er von Profiat Daran x) Aus seiner Einleitung zur hebräischen Übersetzung der aristotelischen Ethik. Siehe Steinschneider, Hebr. Übersetzungen S. 211 2) Daselbst; a. a. 0. S. 210. 3) Besonders bei der Anfertigung der genannten Übersetzung liess er sich von ihnen helfen, wie er in seiner Vorrede ausführt. Siehe Hebr. Über- Setzungen S. 211. 4) Über ihn siehe החלוץ 'XI> 97; Catalog Bodleiana p. 1691; Literaturblatt des Orients 1848, 344; Hebräische Übersetzungen S. 211, 328, 334, 762; ZfhB. 1902, 111; 1910, 148; Hirschfeld, Descript. Catal. cod. 445, 465. Siehe Isak b. Schescheth EGA. Nr. 249 und 370, wonach Benveniste bei Schealtiel Graeiano in Fraga war. Über Benveniste und seinen Sohn Vidal schreibt Brody, Beiträge zu Salomo da-Piera’s Leben und Wirken, Berlin 1893, S. löff. Ein handschriftliches Sendschreiben Benveniste^ an diesen Sohn besitzt Sulzberger-Philadelpbia (nach Deinard, אור מאיר, New York 1896, S. 59). Über andere Sendschreiben Benveniste’s siehe Grätz VIII, 88 Anm. 1; Kayserling, Geschichte der Juden in Spanien I, 89 Anm. 2; Hirschfeld, Descript. Catal. cod. 363, 371, Hb und IIId (p. 111 und 117). 5) Zum Teil abgedruckt bei Grätz VIII Note 3 (S. 421), jedoch von Grätz gänzlich missverstanden. Siehe Brody, Beiträge zu Salomo da Piera’s Leben usw. S. 8 Anm. 1. ' 6) Brody a. a. 0. S. 9. 7) Literaturblatt des Orients 1848, 344—5; siehe Hirschfeld a. a. 0. p. 117 cod. 371, Hd.