Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 198)
- Language
- German
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147 die sich die Ausübung eines Gebotes der Thora bezahlen Hessen, während man in Deutschland in idealer Hingabe an die göttlichen Gebote sich noch glücklich schätzte, für einen anderen ein Thoragebot erfüllen zu dürfen1). Jechiel war begeisterter Anhänger des Symbolismus der Regensburger und Wormser Schule. ,,Die דורשי רשומות des Talmuds — schreibt Jechiel b. Ascher —, das sind die ״Frommen Deutschlands״ (die Mystiker der Rbeinlande), denn diese wogen und zählten die Worte unserer täglichen Gebete*2). Das hindert ihn aber nicht, ein andermal die spanische Version eines Gebetes gegenüber der deutschen für richtiger zu erklären3). Aus der nachhaltigen Wirkung, die das Streben und Schaffen dieses jungen Meisters der Halacha auf die Nachwelt ausübte, bildete sich die Sage, die noch einige Jahrhunderte nach ihm im Umlauf war, er sei nach seinem Tode seinem Vater Ascher im Traume erschienen und habe ihm verkündet, er hätte wohl den höchsten Gipfel irdischen Ruhmes erklimmen können, wie mancher von den früheren Geistesgrössen in Israel, hätte er nur Söhne gehabt 4). Von seiner literarischen Tätigkeit kennen wir5): I. Ein religionsgesetzliches Kompendium, ähnlich dem Werke ״Orach Chajim“ seines Bruders Jakob6). Es erstreckte bereits die Tossafoth seines Vaters. Vgl. Ascher EGA. Nr. 2018b: ועוד הוספת •בפרישתך וז״ל ... ף Tur או״ח Nr. 585. 2) Daselbst Nr. 113. Die Übernahme gerade dieser Stelle in seinen Kodex ist auch für Jakob b. Aschers Charakteristik von Bedeutung. 8) Tur או״ח Nr. 236: .ויותר נכון נוסח ספרך 4 י) Samuel Jafe Aschkenasi in seinem □יפה עיני zu איבה רבתי HI, Vers 4 (daraus Asulai ש0 הגדולים I. 8• v. Jechiel b. Ascher und Heilprin סדר הדורות ad 5088): ובתשובת שאלה להר, אברהם חדיד״ה ראיתי שכתב שם כי ר׳ יחיאל בן הרא״ש ז׳ל מת בלא בנים ובא בחלום לאביו לאחר מותו וא״ל ראוי הייתי להיות מבני עלייה אלא שדחפוני מפני שלא היו לי בנים• ö) Die Angabe des Herausgebers des 0' תניא, Cremona 1565, dass unser Jechiel Verfasser des תניא sei, ist längst widerlegt. Vgl. Michael אור החיים Nr. 1059; Benjacob, Thesaurus 660 ת; Steinschneider, Catalog Bodleiana p. 1273 und besonders die Einleitung von S. Hurwitz zu תניא ,O, Warschau 1879. 6) Schon Conforte קורא הדורות ed. Cassel f. 25 a folgert aus den Zitaten im Tur, dass Jechiel Werke verfasst habe. Jakob b. Ascher zitiert Jechiel nur in seinem אורח חיים, in den anderen Teilen der Turin! nicht. Siehe Weiss, Geschichte der jüdischen Tradition V. Teil, 4. Aufl. Wilna 1904 S. 120*.