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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1920-01-01 · XIII. (1920) · page 195

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIII. (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 195)
Language
German
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144 Hochmut und Überhebung fremd, und sie erfreuten sich allgemeiner Beliebtheit, weil sie keinem Menschen je etwas zuleide taten1). Die Töchter und Enkelinnen Ascher b. Jechiels waren die besten Lebensgefährtinnen ihrer gelehrten Männer. Sie waren bescheiden und anspruchslos und Hessen durch grösste Einschränkung in ihrem Verbrauche ihre Männer sorgenfrei dem Studium der Thora obliegen2). Wenden wir uns nun den Söhnen R. Aschers einzeln ihrem Alter nach3) zu, um festzustellen, dass es mit der damaligen Judenheit, in der solche Charaktere lebten, und mit dem damaligen Judentume, in dem solche Gesinnung rege war, noch nicht so schlimm bestellt gewesen sein kann, wie neue jüdische Historiker es darzustellen pflegen. I. Jeehiel b. Ascher4). Der älteste der Ascheriden, wurde gegen 1267 zu Köln 1) Luzzatto, לאבני זב רון Prag 1841, p. 47 Zeile 5—6. 2) Jehudas Testament S. 373 Zeile 27 f. •) Die Altersstufe der Söhne R. Aschers geht aus Menachem b. Serach, יצירה לדרך Einleitung (ed. Sabionetta f. 16a), hervor und wird durch die Reihenfolge der Unterschriften in 1885 בית תלמוד S. 375 bestätigt. 4) Unser Jeehiel b. Ascher ist nicht identisch mit dem gleichnamigen synagogalen Dichter, wie Carmoly bei Asulai, ישם הגדולים Frankfurt a. M. 1847, p. 283 fälschlich meint und wie es in Ozar Tob 1884 S. 8 in der Überschrift heisst. Der Dichter zeichnet sein Lied מעשה עוגה (▼gl. Steinschneider, Cataiog Bodleiana p. 1273) und eine Selicha (bei Zunz, Ltg, S. 520) mit dem Akrostichon יחיאל בירבי אשר בן אשר. Siehe Ozar Tob 1880 S. 35. — Der Dichter Jeehiel ihn Ascher lebt um 1391 und ist Verfasser eines Klageliedes über die Verfolgungen von Sevilla, Cordova und Barcelona (1391), beginnend: תמוז בעת אזכרה אזיל דמעותי (Zunz, Ltg. 520). Nach Firkowitz hat er 1461, im Jahre seiner Answanderung aus seiner Heimat Andalusien, ein Werk unter dem Titel ,ס0ר הרויך geschrieben (Wochenschrift הכרמל H, 885). Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass dieser Dichter ein Nachkomme Ascher b. Jechiels ist, dessen Name dann vielleicht Familienname wurde, wie wir ihn noch später bei Abraham ibn Ascher (Conforte, קורא הדורות e(k Cassel p. 36 b; Benjacob, Thesaurus 1825 ס) und Mose ibn Ascher (Mose Alaschkar RGA. Nr. 60) finden. Über Jeehiel ibn Ascher vgl. de Rossi cod. ms. 1377, daraus Ozar Tob 1884 S. 8 und ZfhB. 1916, 139; über seine בתי הארוגה siehe HB. XXI, 59 and Steinschneider, Jüdische Literatur S. 152 und Katalog München cod. ms. 392.

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