Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 163)
- Language
- German
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112 Der Herr H. H. wird gebeten, an die Gemeinde Wien wegen des an ans gerichteten Ersuchens zu schreiben. Dem Hazan Namias gewährt man 10 Et. für das Bier, welches er den die Talmud Tora besuchenden jungen Leuten (rapazes) zu verabfolgen pflegt. Zwei Glaubensgenossen aus Polen, Joel und dessen Sohn Mathias, überbringen Briefe, aus denen hervorgeht, dass sie und andere in Gefangenschaft geraten sind. Wie Jshac de Pinto in Amsterdam seinem hiesigen Bruder Moseh mitteilt, hat die dortige Gemeinde 70 Patacas bewilligt, welche dieser in Krakau (Kracovia) auszahlen lassen soll. Jshac Senior wird nun angewiesen, in Venedig das auszahlen zu lassen, was an Geldern für Gefangene vorhanden ist, und den Sendboten gewährt man 12 Et. Man richtet Vorwürfe an die Herren Hahamim, weil bisher in der Angelegenheit des Kabbinats und des von ihnen ohne Auftrag des Vorstandes den Tadescos erteilten Schriftstücks nichts geschehen ist. Sie bitten noch um eine Woche Frist. 5. Tamus. Als Präsident fungiert Jshac Senior, Auf der Hochzeit des Jshac Mendes hatte am vergangenen Sonntag ein Wortwechsel zwischen Ishac Jesurun, Iliau Jesurun und Abraham de Beuel Coen Lobatto stattgefunden. Die beiden Erstgenannten werden für schuldig erklärt. Dem Ishac J. wird auf 15 Tage der Fleischverkauf entzogen und beiden der Besuch der Synagoge verboten. Allen Genannten wird überdies untersagt, mit einander zu verkehren. 8. Tamus. Namens der Witwe de C. erklärt Ishac Gomes, sie räume zwar ein, dass ihr Sohn Abraham Salamäo sich sehr schlecht gefuhrt hat; sie verlange aueh nicht, dass der Vorstand von der getroffenen Verfügung ganz absehe; jedoch fehle es zur Zeit an Mitteln, um den jungen Mann ins Ausland zu schicken, und sie bitte daher um Aufschub. — Der Vorstand meint, dies seien neue Ausflüchte, um den Fortzug hintanzuhalten. Man sehe keine Möglichkeit, jenen schädlichen Menschen länger hier zu dulden, da er täglich, ja stündlich neue Ausschreitungen begeht; es sei auch nicht