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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 330

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 330)
Language
German
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327 sangon (lat. Vesontio), welches im Mittelalter die kirchliche Hauptstadt der Franehe-Comte war, zu identifizieren ist, wo Juden seit 12201) in nicht geringer Zahl, darunter auch viele Gelehrte2) lebten. Gauthier3) meint zwar, dass nach der Vertreibung der Juden aus der Grafschaft im Jahre 1349 sie erst im Jahre 1374 hierher zurückkehrten, ״da von 1349 bis 1374 keine geschichtliche Urkünde ihrer in der Franehe-Comte erwähnt14. Dagegen aber behauptet Morey 4), dass sie in der Freigrafschaft blieben oder hier bald zurückkommen, ״da man ihrer nötig hatte״. Der Name Franehe-Comte erscheint zuerst in einer Urkunde von 1366, aber nur auf einen Teil der Grafschaft angewandt. In den eidgenössischen Abschieden erscheint er zuerst 1513 (III, 2, p. 757), in einem französischen Aktenstücke5). In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, d. h. zur Zeit des Maharil, konnte also diese Gegend nach ihrem Hauptort ״provincia Vesontiona4*, nach Maharil מדינת ויזנטינא, bezeichnet werden. Zwischen der Freigrafschaft Burgund und der Schweiz hat naturgemäss von jeher ein lebhafter Verkehr stattgefunden, der zumal den Austausch von Lebensbedürfnissen vermittelte ®). Zur Zeit des R. Moses Cohen kam nun ein Gelehrter aus der Gegend von Besangon. das früher wie die Schweiz zum deutschen Reiche gehörte und wo noch der bei Düren angeführte זדתר שוואבק herrschte, nach Bern und wollte hier gestalten, Butter auch beim Nichtjuden zu kaufen, ״da die Verhältnisse in der Provinz Vesontina genau denen in der Schweiz entsprechen44, was also dort gestattet sei, auch hier erlaubt werden müsste. — Lauer. *) Vgl. L. Gauthier, Les Jaifs dang les deux Bourgognes aux XIII e et XIV e sieeles, REJ. XLIX, 2 f. 3) Vgl. J. Lövy, Un recueil de consultations inedites, XLIII, 237 g. 3) A. a. 0. p. 11. 4) Les Juifs en Franehe-Comte au XIV e siede, REJ. VU, 32. ö) Vgl. R. Maag, Die Freigraf schalt Burgund, Zürich 1891, S. 2, N. 1. ף A. a. 0., S. 1.

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