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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 323

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 323)
Language
German
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IRI
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t 320 richtig gelesen. Ich habe allerdings den faulen Prinzipien den Krieg angesagt, aber die Personen werde ich nicht nach Gebühr behandeln. Persönliche Gemeinheiten überlasse ich Geiger und dem חלוץ, die noch viel schlimmer damit operieren als der ישורון. Den Israeliten kenne ich nicht. Soli es einem prononcierten Parteiprogramm' nicht gestattet sein, ein scharfes Wort zu sprechen? Ist es wahr oder nicht wahr, dass die Reform Fiasko gemacht hat? Sind Sie denn für Reformen? Ist die Reform wirklich das Alpha und Omega des Judenthums? Der Eingang zur Bernickelgans*) ist nur Abwehr, nicht Angriff. Ob Hirsch mir einen מי שברך machen wird, oder G. sich die Hände reibt, ist mir gleichgültig. Beide werden für die Dauer keine Ursache haben, so sehr mit mir zufrieden zu sein. — Es fragt sich vor Allem jetzt: Soll das Judenthum untergehen oder ferner bestehen? Denn ich halte es für Untergang, wenn es sich verchristlicht, oder wie Heine sagt, wenn es ציצית aus der Wolle vom Lamme Gottes spinnt. Gegen die Verchristianisierung des Judenthums, die in der Cultusreform liegt, werde ich bis zum letzten Hauch und mit allen Waffen, die mir zu Gebote stehen, kämpfen und ich bin glücklich, dass ich eine junge Schar um mich habe, die freudig in den Kampf geht. Es soll ein ehrlicher Krieg werden und Zündnadeln gehören auch dazu. Eine Rabbinerversammlung, wie sie im vorigen Jahre getagt hat, darf nicht mehr stattfinden, oder sie wird sich Spiessruthen-laufen gefallen lassen müssen. Ob Frankel die Zeitschrift ferner so zahm und langweilig fortgesetzt hätte, kann ich Ihnen nicht zugeben. — Noch eins. Wenn das Judenthum erhalten werden soll, so darf man sich nicht auf die Meyer magnus oder die Beifussl 2) oder wie die Blasierten in Deutschland alle heissen, stützen, sondern auf die Frommen, die noch Nationalgefübl haben. Dass ich aber nicht Apotheose des שולחן ערוך halten werde, davon werden Sie sich im Verlaufe überzeugen. Ich bin mir nicht untreu geworden. Ich kann fehlen, aber reaktionär bin ich nicht. Ich bin nie mit dem טלית über dem Kopf in die Schul gegangen, wie gewisse Reformherren. Ich habe nie geheuchelt, kanns auch nicht. l) Siehe Frankels Monatsschrift XVIII. S. 88—93. a) Eine Familie, die in den Frankfurter Chroniken zum ersten Male im 17 Jhdt erwähnt wird; sie gehörte zu den Höchstbesteuerten in der Gemeinde and ist ein Zweig der Familie Scheyer.

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