Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 85)
- Language
- German
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82 sönlichkeit ausgesprochen wird: die Furcht vor Ketzerei, die den Grund der Kirche gerade damals gefährdete und deren Anhänger sich vielfach auf die Juden beriefen A), könnte Innozenz irre geleitet haben. Aber so einleuchtend auch dieser Grundzug in Hinsicht auf viele seiner judenfeindlichen Bestimmungen und die durch seine Legaten für die christlichen Gemeinden angeordnete Unterdrückung des Bibellesens erscheint, so wenig erklärt sich daraus die Unterscheidung zwischen Juden und Ketzern. Wenn er die Juden als die Urheber, ja auch nur als geistige Stützen des Abfalls betrachtete, so hätte er nicht gegen sie andere Massregeln ergriffen wie gegen die Albigenser und Ketzer. Es kann nicht genug betont werden, dass er die Juden anders behandelt wissen wollte. Denn er wollte herrschen. Die Ketzer gefährdeten seine Herrschaft, die Herrschaft des Papsttums, wenn sie noch so unterdrückt würden; die Juden konnten dieser nichts auhaben, wenn sie nicht mächtig und angesehen waren. Darum wollte er die Ketzer ausrotten, die Juden knechten. *) VgL Hahn, Gesch. d. Ketzer im Mittelalter III, 49. Lea, Gesch. der Inquisition im Mittelalter und Beuter a. a. 0.