Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/3486266-3486293--4892-3491262- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die römische Kurie, besonders Innozenz lil., und die Juden. Von Dr. M. Elias in Leipzig. Kap. I. Einleitung. Politik, Familien- und Einzelleben spielten sieh im Mittelalter zwar nicht immer in einer Linie, aber immer in einem Rahmen ab : im Rahmen der Kirche. Das Denken, Fühlen und Handeln in Staaten und Häusern, bei Einzelnen wie bei der Gesamtheit ist vielfach unter diesem Gesichtspunkte zu verstehen und zu beurteilen. Sicher aber ist, dass kein Glied der mittelalterlichen Gesellschaft so sehr unter dem Krummstab gestanden, so sehr dessen Prägung erhalten hat, wie die mittelalterliche Judenheit Es ist darum wohl des Interesses wert, die kirchlichen Begleiterscheinungen und Bedingungen ihres Daseins in der Zeit, da die kirehliehe Kultur äusserlich ihren Höhepunkt erreicht hatte, in der Zeit Innozenz*'III., und in der Abhängigkeit von dessen Pontifikat zu beobachten. Der Sitz desselben zu jener Zeit, ja alles, was damals in Rom vorging, musste besonders bedeutsam für die Juden sein, da hier nicht nur die Fäden des geistlichen Europa, sondern auch die der jüdischen Welt in ihrer Gesamtheit zasanimenliefen, deren Wohl und Wehe sich mehr als einmal nach der־ Gunst oder Ungunst des Papstes richtete *), wenn die Juden sich auch merkwürdig selten über diese Quelle ihrer Leiden aussprechen. נ) Unter der Voraassetzung, dass der Pontifikat Innozenz’ von solch einschneidender Bedeutung für die Juden Europas war, betrachtet Car> im