Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
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32 dem sich die Normen ans dem Talmud und den nacbtalmudischen Autoren meist ohne Quellen und Belege anreihen, was manchen, so u. a. R. Perez und unserem R. Moses aus Zürich, Veranlassung gab, den Text mit Glossen (הגהות םמ״ק) zu begleiten. Die Semakglossen des letzteren haben sich so eingebürgert, dass sie bei späteren Autoren nicht als Glossen, sondern als Text des ״Semaka angeführt werden x) R, Moses aus Zürich versieht also den ״Semak“ mit zahlreichen und starken Auszügen aus verschiedenen Werken, die bisweilen zu grossen Abhandlungen werden2). Seine immense Arbeit kann man nur dann würdigen, wenn man sich, wie Kohn 3) treffend ausführt, folgende Momente vergegenwärtigt: zunächst das Bedürfnis, die vielseitigen und umfassenden Resultate der eben damals zum Abschlüsse gelangten Tätigkeit der Tossafistenschule zu sichten und zusammenzustellen, sodann die Seltenheit und Kostspieligkeit der mühsam abgeschriebenen Bücher, die nur den Wenigsten zugänglich waren, was Adereth ausdrücklich als Veranlassung zur Abfassung seines תורת הבית bezeichnet4), endlich aber das jammervolle Schicksal der damaligen Juden, die, von Stadt zu Stadt und von Land zu Land gehetzt, zu einem unstäten Wanderleben verdammt waren, auf welchem sie die umfangreichen Folianten unmöglich mit sich schleppen konnten, die sie dann schmerzlich vermissten. Da nun R. Isaak aus Corbeil sein Kornpendium, wie bereits erwähnt, auch für Rabbiner verfasste, war R. Moses aus Zürich bestrebt, zu den einzelnen Punkten der Halacha. das Wichtigste aus der einschlägigen Literatur beizubringen, damit man alles an einem Orte zusammen habe. Man darf aber keineswegs unseres Meisters Arbeit unterschätzen und glauben, dass er kein selbstständiges Werk von schöpferischer Kraft geliefert hätte*, denn er war kein gewöhnlicher Sammler, — womit allein er sich auch schon ein grosses Verdienst erworben hätte —, oder gar ein kopfloser Abschreiber. Seine interessanten Sammel-Notizen, die neben dem halachischen auch kulturhistorischen Wert haben, sind sinngemäss geordnet und mit wenigen Strichen kommentiert. Gegen eine Äusserung von R. י) Vgl. unsere Einleitung. *) Ygl. Zunz, a. a. 0., S. 211. s) A. a. 0., S. 53. *) Vgl. Einleitung daselbst.