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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 25

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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22 gelebt haben; denn in seinen Zusätzen zum ״Semak“ führt er Steilen aus dem ״grossen Mordechai“ an, er musste also Kenntnis von der Existenz eines ״kleinen Mordechai“ gehabt haben. Dieses Werk wurde aber von Samuel Schlettstadt erst um 1370 verfasst, und, da dieser seinen unfreiwilligen Aufenthalt auf der Hohenlandsburg erst 1376 verliess, konnte ß. Moses aus Zürich vor 1380 kaum noch von einem ״grossen“ Mordechai sprechen. Wie wir im vorigen Abschnitte gezeigt haben, stammt das älteste uns bekannte Dokument über den Verfasser des ,,Zürcher Semak“ aus dem Jahre 1329. Wir dürfen also annehmen, dass er ungefähr von 1310 bis 1385 gelebt habe, in einer Zeit, die, wie wir gesehen haben, wohl auch für das Leben des Schwiegervaters des Maharil stimmen kann; ihre Identität liegt demnach nicht ausser dem Bereiche der Möglichkeit. Aber nicht nur verwandtschaftliche, sondern auch geistige Beziehungen verbinden Maharil mit dem Verfasser des ״Zürcher Semak“. So finden sich z. B. Ausführungen aus diesem Werke in den Bescheiden des Maharil 1). Auch war ein Glossator des ״Zürcher Semak“ Schüler des Maharil 2 *). Vielleicht war dieser ein Sohn des ß. Moses Neumark aus Bern, B. Lemlin, um dessen Ehre zu schützen, Maharil einen Bann ausgesprochen hatte. An einem ל״ג בעומר hatte nämlich der Sohn des Gemeindedieners unseren ß. Lemlin, der damals zu den Jüngern des Maharil zählte, schwer beschimpft. Durch diesen Umstand fühlte sich Maharil veranlasst, den Übeltäter mit dem Bann zu bestrafen. Erst nach־ dem der Gemeindediener und sein Sohn ihm und sämtlichen Bachurim Abbitte geleistet hatten, wurde der Bann gelöst. Dies war auch der einzige Bann, den Maharil in seinem Lehen verhängte 8). Wegen der Randglossen eines Schülers des Maharil zum ״Zürcher Semak“ hat bereits der Verfasser des älteren gedruckten Katalogs der Oppenheimerschen Sammlung4 *) vermutet, dass der Verfasser des ״Zürcher Semak“ ein Zeitgenosse des Maharil gewesen sein musste *). Aber auch später musste ein Glossator *) Vgl. Zunz, Ritus, S. 219. *) Vgl. daselbst, S. 210. s) Vgl. Maharil, Minhagim, ed. Cremona 1568, S. 116 b, und Güdemann, a. a. 0., S. 86—87. 4i T. 2. f. 13 b, siehe auch weiter unten, Anfang des folgenden Abschnittes. •) Vgl. Zunz, a. a. 0., S. 221.

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