Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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15 hundert Mark angehörte, darumb wir auch Brieue batten von dem vorgenannten Graven Johanne die besigelt waren mit sinem Insigel vnd mit der bürg. Insigel ze Zürich, vnd herüber das dis war si vnd stete belibe, so haben wir die vorgenanten drye Juden disen Brief mit unserem Insigel besigelt offenlich. Vnd binde ich di vorgenante Fro Minne mich mit miner Süne Insigel, wann ich nit eigens Insigels han. Dis geschah ze Zürich an dem Dinstage vor der Lichtmesse .. dryzehn hundert Jar vnd darnach in dem nunden und zwenzigsten Jare.“ An dieser Urkunde hängen drei bilinguale Siegel. Deren rechter Halbkreis (von oben nach unten) enthält in lateinischer Schrift den deutschen Rufnamen, und der linke Halbkreis enthält den hebräischen Eigennamen. Obwohl nun am Schlüsse unseres Schriftstückes Frau Minne deutlich sagt: ״Vnd binde ich di vorgenante Fro Minne mich mit miner Süne Insigel, wann ich nit eigens Insigel han“, also ausdrücklich betont, dass sie kein eigenes Siegel besitze, will dennoch auf dem ersten, linken Siegel Ulrich1) die Worte lesen: ״Minne, eine Tochter des berühmten Rabbi Samuels*4, was entschieden falsch ist. Ich möchte daher die von mir mit Bestimmtheit entzifferten Inschriften dieser Siegel hier genau mitteilen Auf dem ersten, linken Siegel ist deutlich zu lesen: מנחם ♦ p ♦ משה # s״ m. o. s. e. Auf dem Wappenschilde stehen drei mit ihrem Fussgestell nach der Mitte einander zugekebrte Kelche. Auf dem zweiten, mittleren Siegel ist deutlich zu lesen: .מרדכי בן מנחם gumprecht. Das Wappenschild ist hier genau dasselbe, wie das des ersten Siegels. Und endlich auf dem dritten, rechts hängenden Siegel ist deutlich zu lesen: * ישרא * בהר * שמוא # s״ susma. Das ל am Ende der beiden Namen ישראל und שמואל fehlt, vermutlich um nicht den Gottesnamen אל auf leicht verwischbare Stoffe, wie Wachs und dgl., anzubringen 2). ') A. a. 0., S. 377. ») Vgl. Jore Dea, 276, 13.