Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Zur Geschichte des ״Zürcher Semak“ Von Rabbiner Dr. Ch. Lauer. In der rabbinisehen Literatur hört und liest man gar oft von einem ״Zürcher Semak“. Im 15. Jahrhundert scheint dieses Werk sehr verbreitet gewesen zu sein. Es wird vielfach zitiert bei Joseph Kolön1), Jakob Weil2), Israel Brünn3) u. a. m. Später kannte man das Werk nur aus diesen Anführungen; auch ist es oft mit dem ״Semak“ des Isaak von Corbeil verwechselt worden 4). Bis auf den heutigen Tag erzählen die Bibliographen einander nach, dass Moses aus Zürich den ״Semak“ mit grossen Anmerkungen versehen habe und dieses Buch der ״Zürcher Semak“ sei, ohne dass einer dasselbe gesehen hätte &). Über die Persönlichkeit des Verfassers, über dessen Leben und Wirken weiss niemand etwas zu berichten. Auch ich kenne das Werk, das übrigens niemals gedruckt wurde, — der gedruckte ״Semak“ mit den Randglossen des R. Moses aus Zürich ist. wie wir am Schlüsse unserer Abhandlung sehen werdeü6), nicht der eigentliche ״Zürcher Semak“ —, nur aus Zitaten. Handschriften desselben sind sowohl in Fragmenten wie auch komplet in verschiedenen Staatsbibliotheken vorhanden. Leider war es mir bis heute nicht vergönnt, ein solches in die Hände zu bekommen. Trotzdem wage ich es, auf Grund der mir bekannten Zitate und einiger mir zur Verfügung stehenden Akten des Zürcher Staatsarchivs die folgenden Beiträge zur Geschichte des ״Zürcher Semak“ den forschenden Lesern zu unterbreiten. Die vorliegende Arbeit möchte die Anregung dazu geben, dass das seit *) Rga. Nr. 85, 128, 168, 169 und 186. * *) Rga. Nr. 189: ««מצאתי בספר המצות מצור״ך בהג״ה"• *) Rga. Nr. 121. ף Vgi.1ש״ך ירד סי. ל״ב ס״ק ט• *) Vgl. Zunz, Ritus, S. 211. «) Vgl. unten Abschnitt 8. Jahrbuch J. L. G. XU. 1