Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 220)
- Language
- German
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200 hatten, ebenso wie er es mit dem Lubliner Anathema getan hatte193). JL. Jonatan wollte dem Schiedssprüche der Synode sich unterwerfen und, wenn nötig, vor ihrem Forum persönlich erscheinen. Seine Gegner lehnten dieses Verfahren ab, ebenso die der Synode genehmen Schiedsrichter, den Lissaer Rabbiner R. Mordechai, den Glogauer R. Jakob Horwitz, den Berliner Rabbinatsassessor R. Naftali Herz sowie den Lissaer Rabbiner R. Abraham, den Bruder und Amtsnachfolger des R. Mordechai 194). Eine Jaroslawer Synode* die vor dem 3. Cheschwan 1758 tagte, wollte nach den Intentionen des R. Abraham b. R. Joske entscheidende Stellung in dem Kampfe nehmen. Allein ״die Hände Fremder beherrschten sie. Die Macht eines Nichtjuden mengte sich in jede Sache. Darum mussten Führer die Worte .zurückhalten, und eine eiserne Wand trat zwischen uns bei jeder heiligen Sache. Weil die Zeit in Zerrüttung geriet, trat Unordnung ein und vernichtete die gerade Linie des Rechts. Darum stand es nicht in unserer Macht, die derzeitigen Risse wieder herzustellen, den Zaun um die Lilien in dieser Hinsicht aufzurichten“. Die Synode begnügte sich, die Vernichtung der ״Geheimbücher“ durch Feuer gleich ihrer Vorgängerin anzuordnen. * Lähmend auf die synodalen Verhandlungen scheinen auch die schlimmen Nachrichten gewirkt zu haben, die über Verfolgungen in den lithauischen Gemeinden Wilna und Mir eintrafen 195). Ueber die Mächte ausserhalb des jüdischen Lagers, die störend und zerstörend in diese Verhandlungen der Synode ein- -griffen, erfahren wir einiges aus einem Schreiben des genannten Nata Eibenschütz an den Lubliner Rabbiner R. Chajim. Dieser Brief datiert aus der Zeit, da R. Jonatan in Braunschweig sich ״aufhielt, also anscheinend aus dem Jahre 1752 196), und besagte: ״Als mein Vater von hier [Altona] fortging, befahl er mir, Ew. Hochwohlg. zu schreiben, dass er nach Ihrem hohen Befehle gehandelt, den reichen und edlen Juspa 197 דרעזין) [Dresden?], den 193) תורת הקנאות S. 127, 130 f., לוחת עדות S. 6 b, שפת אמת S. 60, 63 f. 194) לודזת עדות a. a. O. S. 6 b. 195) עדות ביעקב S. 55 b, 1 תורת הקנאות. Aufl. S. 64 b. 196) Graetz, Gesch. X 411. 197) Er ist vielleicht der Hofagent Josef Jonas Meyer in Dresden, der 1751 als einer der Bevollmächtigten der Dresdener Judenschaft den Friedhof