Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 160)
- Language
- German
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140 Einfluss üben musste. Selbst der dem Königtum entschieden abgeneigte Abarbanel gesteht in seiner Erklärung zum Pentateuch zu, dass es für das Volk keine grössere moralische Aufforderung zum Beharren beim Gesetze geben könne, als wenn es seinen König, ausgestattet mit der vollsten materiellen Macht, daran festhalten sehe. Die Gesetze, nicht abhängig vom Königtum, finden in ihm einen Vollstrecker, dessen Gewalt um so bedeutender ist, da ihm die ganze Kraft des Volkes zu Gebote steht. In seinen Kämpfen nach aussen hin hat das Volk im Könige seinen natürlichen Führer, dem es um so lieber und williger folgen wird, da die Genehmigung des Sanhedrin ihm dafür bürgt, dass der Krieg um nationaler Ziele willen unternommen wird. Die Ehrfurcht, die das Volk dem Könige zu zeigen hat, die Stellung an der Spitze des Volkes, die ihm eingeräumt wird, trägt daher im Grunde nur zur Förderung dessen bei, was über Fürst und Volk steht, beiden Ziel und Beruf anweisend, — des Gesetzes.