Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 97)
- Language
- German
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Zur Methodologie der taimudischen Bibelexegese. Von Dr. Cd. Biberfeld in Berlin. IV*). Der scharf ausgeprägte Gegensatz zwischen פשט und דרוש in der taimudischen Bibelauslegung wird mit dürren Worten nur an sehr wenigen Stellen im Talmud ausgesprochen. Zum einen in dem Grundsatz אין מקרא יוצא מידי פשוטו, dessen dreimaliges Vorkommen im Talmud in meiner Arbeit im Vlll. Jahrgang dieses Jahrbuchs (S. 355 ff.) eingehend behandelt worden ist. Zum anderen in der Frage פשטא דקראי במאי כתיב, die sechsmal im Talmud vorkommt und ■אי׳ר Gegenstand einer späteren Behandlung sein soll. Aber neben diesen Stellen mit ausdrücklicher Betonung jenes Gegensatzes finden sich andere, wo die scharfe Antithese zwar vermieden ist, ein genaueres Eingehen auf den Inhalt der Diskussion aber lehrt, dass die hervortretenden Meinungsverschiedenheiten in dem Gegensatz von פשט und דרוש ihren Grund finden. Ein lehrreiches Beispiel dieser Art soll im folgenden vorgeführt werden. Der Vers ששת ימים תעבד וביום השביעי תשבת בחריש ובקציר חשבת (II. M. 34, 21) bietet in seinen letzten Worten die unverkennbare Schwierigkeit, dass nach dem allgemeinen Werkverbot am Sabbath noch zwei Arbeitsblassen, חריש וקציר, ohne dass der Zweck erkennbar ist* 1), hervorgehoben werden. Eine Erklärung liegt ja nahe, die denn auch von fast allen unseren Bibelerklärem (vgl. רשב״ם ,אבן עזרא ,רמכץ) angeführt wird, dass nämlich das Säen und Ernten in der Lebensökonomie des Menschen die wichtigste Bolle spiele, daher die Versuchung zur Übertretung des Sabbath- *) Vgl. lahrbuch I, 224».; VI, 24311.; Vlll, 355«. 1I Vgl. ,דש״ zu Makkoth 8bs.v. W ק* und zu Roschhaschanah 9as.v. אין צ״י.