Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 338)
- Language
- German
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274 Der Vorstand, dem die Sache zu ernst schien, um sie mit Stillschweigen zu übergehen, stellte, unter Hinzuziehung der Parnassim de Hebrä, Nachforschungen an. Man ermittelte Abräo Lopes und Abräo Ascenazi (Aschkenasi) als die betreffenden beiden Männer, welche wiederum angaben, sie seien von Joseph-beauftragt worden, dessen Kind es war. Man machte ihnen heftige Vorwürfe und drohte ihnen Strafe an. Um die Sache nicht weiter an die Öeffentlichkeit dringen zu lassen, hatten zwei Mitglieder des Vor- Standes eine Privat-Unterredung mit jenem Joseph-, der den Sachverhalt einräumte und sich bereit erklärte, jede Strafe auf sich zu nehmen, auch noch weitere Umstände mitteilte, die der Vorstand geheim halten will. Er wurde in eine Geldstrafe von 6 Et., die Ueberbringer in eine solche von je 1 Et. genommen. 18. s. M. Zwischen Abräo Senior Dias und Daniel da Fonseca schweben Rechnungs-Differenzen. Ersterer legt dem Vorstande (a esta Meza) eine Rechnung vor, laut welcher Fonseca Mk. 450.— schuldet, die er von ihm kontant in Dukaten, sowie Mk. 300.—, welche er von Lucas van Sprekers erhalten hat. Er will sich mit Fonseca vergleichen, ohne an die Gerichte zu gehen. Fonseca erkennt den ersten Posten als richtig an, will aber den zweiten nicht erhalten haben. — Auf Antrag des Dias wird solches im Gemeindebuch protokolliert. 18. Tamus. Samuel de Caseres übersendet dieser Gemeinde Abschriften von den Privilegien, welche Seine Majestät von Dänemark Geluctat (Glückstadt) erteilt hat1). Durch seine Fürsprache seien dieselben vermehrt und auf weitere 25 Jahre verlängert worden. Er ersucht darum, man wolle ein Exemplar dieser Privilegien zur Kenntnisnähme nach Holland schicken. Die übrigen, von denen zwei in vergoldetem Einband, sollen im Gemeinde-Archiv verbleiben. — Man beschloss, ihm schriftlich den Dank für seine Bemühungen in dieser Sache auszusprechen. Zu gleicher Zeit wurde darauf hingewiesen, wie betrübend es sei, dass in der dortigen Gemeinde unter den wenigen Mitgliedern, die noch dazu grösstenteils nahe 1l Wegen der Privilegien von Glückstarit 5. Dr. Grunwalds -*Portugiesengräber auf deutscher Erde“.