Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 329)
- Language
- German
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265 Es hatte jemand mit einem Nicht-Juden einen Streit gehabt und, da er sich von diesem und noch von vielen anderen Hinzukommenden verfolgt sah, die Unklugheit begangen, zu seinem Schutze in die Synagoge zu flüchten, was einen grossen Aufruhr hätte herbeiführen können. Es wurde darauf bekannt gemacht, man werde, falls wieder jemand so verwegen ist, mit aller Strenge gegen ihn vorgehen. Gleichzeitig wurde den Vorstehern und Lehrern der Talmud Tora empfohlen, darüber zu wachen, dass die Knaben nicht in den Strassen umherlaufen, weil daraus Kuhestörungen und Unannehmlichkeiten entstehen können. Der Witwe Sarä de Vargas, welche sehr bedürftig und deren Tochter krank ist, werden zwei Et. bewilligt, ebensoviel der Schwiegermutter des Jahacob de Vargas. Die gleiche Summe erhält Abräo Lopes de Ceiros (Queiros?). 21. s. M. Von Chacham David a Coen (de Lara) ist ein Schreiben eingetroffen, in welchem er mitteilt, er sehe sich zu seinem Leidwesen genötigt, die Gemeindekasse zugunsten seines Sohnes in Amsterdam in Anspruch zu nehmen. Veranlassung sei die Epidemie (contagio) des vergangenen Sommers. Er bittet, einen Betrag als Unterstützung oder als Darlehen zu gewähren. Beschlossen, ihm zu schreiben, man bewillige 25 Et., nicht etwa für seine Kinder, sondern für ihn; er möge dieses Geld nach Gutdünken verwenden. Die Gemeinde sei nicht in der Lage, Auswärtige zu unterstützen; es könnte dies in Zukunft schlechte Folgen haben, ״denn leider haben wir an den Unseren genug“. Dieses kleine Andenken solle ein Beweis der Verehrung und Dankbarkeit sein, welche die hiesige Gemeinde für Se. Ehrwürden hegt. 24. s. M. Jacob da Fonseca reicht eine Bittschrift ein, in welcher er darlegt, er sei stets ein gehorsamer Sohn gewesen, habe auch bei allen Gelegenheiten seine Mutter unterstützt und mehr getan als das, wozu er verpflichtet war; u. a. habe er seiner Schwester Ester Cabegäo über 4500 Mk. als Beisteuer zur Mitgift gewährt. Als Dank hierfür weise man ihn jetzt aus dem Hause, weil er seit mehr als 4 Jahren mit seiner Cousine, der Tochter des ver-