Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 112)
- Language
- German
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48 nicht auch die von uns versuchte, an die ג״ש des Babbi Jehuda sich anschliessende Deutung der Gemara bringt, so unterlässt er das, weil die von ihm gegebenen Erklärungen auf einem kürzeren Wege zu dem gleichen Ziel gelangen. Hätte er aber geglaubt, aus den Worten der Gemara jenen Schluss folgern zu müssen, den Tossaphoth ziehen, dann hätte er sicherlich auch jene hier angedeutete Kommentierung den seinigen angefügt♦ In der Tat nimmt Easchi, wie aus seinen Worten zu Sanhedrin 86 b deutlich hervorgeht, an, dass jene von ר׳ יהודה überlieferte ג״ש auch von den רבנן nicht angetastet wird. תוספות aber könnte man allenfalls dahin verstehen, dass eben weil unser an sich doch nicht so fernliegender Erklärungsversucn umständlicher ist als die von Baschi mitgeteilten, darum auch jene ג״ש an sich nicht die unbezweifelbare Quelle dafür sein kann, dass בשת im Sinne von ממון zu fassen ist. Aus dem, was hier hinsichtlich der Gemara, ihres grossen Erklärers und der Auffassung von Tossaphoth dargelegt werden konnte, fällt ein neues Licht auch auf jene Stelle des Sifre, die den Ausgangspunkt unserer Untersuchung bildet. Da וקצתה את בפה überall im Talmud als Quelle von בשת vorausgesetzt, eine andere aber überhaupt nicht bekannt ist, scheint immer mehr möglich, dass jene Deutungen des Sifre sich nicht gegenseitig ausschliessen wollen und auch das ד״א des Midrasch Tannaim kann nun keineswegs das Gegenteil beweisen. So erscheint der Standpunkt des Maimonides von einer neuen Seite verständlich, aber auch der angeführte Passus aus der Einleitung zu Seder Seraim verliert manches von seiner Auffälligkeit.