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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 71

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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ן R. Eleasar gar einmal im heiligen Feuer die Türen der Bandes* lade aufriss*), da ging ein Beben durch die ganze Gemeinde, man fühlte förmlich die Nähe Gottes. So darf es nicht wunder nehmen, wenn wir hören, dass bei den Deraschoth R. Eleasars die Prager Synagogen dicht gefüllt waren, dass kein auf der Durchreise befindlicher Glaubensgenosse es unterliess, seine Derascha zu besuchen, dass״die Juden aus der weiteren Umgebung Prags oft drei Tage, von Freitag bis Sonntag, in Prag verweilten, nur um seine Predigt anzuhören. Doch kehren wir wieder zu unserer unterbrochenen Erzählung zurück. Am 10. Elul 5543 hielt R. Eleasar Fleckeles seine Antrittsrede in der Prager Altneuscbul in Anwesenheit des Oberrabbiners Ezechiel Landau. Ezechiel Landau förderte auch jetzt seinen Schüler, wo er konnte. Er gestattete ihm vorerst, eine Jeschiwa zu errichten, er liess sich auch gelegentlich von ihm in der Abhaltung einer Derascha vertreten * 2). Und so stand R. Eleasar plötzlich mitten in einer Tätigkeit, die fast übermenschliche Anstrengungen erforderte. Er hielt alljährlich ungefähr zehn Deraschoth in allen verschiedenen grossen Prager Synagogen, musste viele Gelegenheitsreden halten, lehrte täglich einige Stunden die Hörer der Jeschiwa, hatte als Mitglied des Oberjuristenkollegiums ziemlich viele Pflichten, betätigte sich gemeinnützig 3), unterhielt einen regen halachischen Briefwechsel mit den namhaftesten Gelehrten und fand dabei noch Zeit zu häufigem persönlichem Verkehr mit den angesehenen Gelehrten4), die sich um ihn scharten. Und all diesen Verpflichtungen, die er zumeist freiwillig übernommen, blieb er bis an sein Lebensende treu. Um Beschäftigung brauchte ihm nicht bange zu sein; schlimmer stand es mit den Einnahmequellen. Die Prager Ober- ף Vgl. ת״מ סי׳ רכ״ח. 8) Vgl. die 15. Rede im ע״ח ח״ג und ת״מ ח״ב סי' דפ״ז. 3) Er war selbst sehr wohltätig, sammelte für Arme (251 מרק א^עזר.) war ein gesuchter Baal Tefilla, eifriges Mitglied humanitärer Vereine, speziell der Chewra, Förderer des Teplitzer Hospitals für luden; von einzelnem wird noch weiter die Rede sein. 4) Vgl. z. B. die vielen Bezugnahmen in den Briefen von Prager Gelehrten auf persönliche Unterredungen, speziell *ת״ם א' 3«׳ קי״ט, קס״ו ,ת״ב ב' סי' ר״מ.

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