Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 583)
- Language
- German
- Belongs to
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491 ist wohl unter unseren Pesakim anzutreffen, doch ob diese Sammlung Maharil Vorgelegen hat, bleibt zweifelhaft. Glossen ohne festes Gefüge, wenn sie auch die Aufschrift und die Schlussformel: סליק עמ״י haben, können aus einem einzigen Satze nicht identificiert werden, besonders da der Inhalt des Stoffes nicht angegeben ist. Andererseits hat die Pariser Handschrift einen anderen Anfang1): מעשה בא לפני ר״י מקורבייל, was gegen die Identität spricht. Aber da auch in unserer Handschrift ein ähnlicher Satz (מעשה בא לפני הר״ר יצחק בסכין הלב) nach einigen vorhergehenden Ent- Scheidungen zu lesen ist, dürfte die Annahme nicht unberechtigt sein, dass unsere Vorlage eine vollständigere sei. W ie die vielen Abschriften des Semak den einheitlichen Text des Werkes verändert haben, so können auch die Pesakim, die ohne Zusammenhang aneinander gereihten, kurzen Glossen divergieren. Die Entstehung der Sammlung derselben ist aber jedenfalls auf das eine Bestreben zurückzuführen, das Vorgehen E. Isaks in strittigen Fällen aufzuzeichnen. Somit ist diese Arbeit als Anhang des Semak zu betrachten und hat durch die darin enthaltenen interessanten Notizen nebst dem halachischen auch kulturgeschichtlichen Wert. Isak b. Joseph aus Corbeil, genannt בעל החוטם, ist, wie David Conforte, Gedalja ibn Jachja und Abraham Zakuto angeben, der Schwiegersohn E. Jechiels aus Paris2). Im Semak selbst wird letzterer nicht citiert. Die eine Stelle, wo er in der Edition!) Gross, 1. c. Vgl. noch Antiquariats-Katalog Nr. 5 von L. Schwager, Husiatyn 1904, S. 47, wo der Inhalt eines Manuskriptes angegeben wird. Dieses enthält einen סמ״ק, nachher von S. 99—103 פסקים להלבה ומעשה שבאו לפני הר׳ יצחק (מדודא?} בטוב גדא אתחיל דא עמ״י עש״ו (שורה ב׳) מעשה בא לפני הר״ר יצחק. Dass diese Decisionen nicht von Isak aus Dfiren, sondern von Isak aus Cor« beil herrühren, ist keine blosse Vermutung. 2) Diese Verwandtschaft ist jedenfalls zweifelhaft, wie auch diejenige des isak aus Corbeil mit liordechai b. Hillel. Vgl. Gallia p. 527. Die daselbst (nach Kohn, Mordechai b. Hillel S. 23) angeführten drei Stellen sind offenkundige Interpolation; nur ist die Frage, woher sie stammen. Die eine Stelle (Pesachim II, 585) findet sich im Semak Nr. 222 als Glosse R- Perez vor. Randbemerkungen, die in den Text eingedrungen sind, Worte des Textes, die auf das Margo gerieten, geben den Anlass zu Behauptungen, welche nicht zu begründen sind. Sollte R. Perez Schwager R. Isaks aus Corbeil, Schwiegersohn R. jechiels aus Paris gewesen sein? Dafür haben wir auch keine Belege.