Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 581)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486283--4084-3490451- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
489 welches er für eine hohe Summe Geldes erkauft hatte, souveräner Herr in Palästina geworden war. Und selbst diese Genehmigung hätte er ohne das enorme Geldversprechen, dem die bekannte Geldgier des Antiochus Epiphanes nicht widerstehen konnte, gewiss nicht erlangt, da es diesem gar nicht in den Sinn kam, den Juden, ohne allen Anlass, eine ihnen verhasste Institution aufzunötigen. Ja, er würde sich ohne die verhängnisvolle Dazwischenkunft der Tobianer zweifellos ebenso freundlich zum jüdischen Volke gestellt haben wie seine Vorgänger. Auch in der Folgezeit, in der dreissig Jahre dauernden Periode der Makkabäerkämpfe, waren es nur die Tobianer, welche durch Hetzen und Verleumdungen bei den syrischen Königen das Kriegsfeuer immer von neuem anfachten, während die syrischen Könige selbst sich im Laufe der Feindseligkeiten mehrmals geneigt zeigten, einen endgültigen und aufrichtigen Frieden mit dem jüdischen Volke zu schliessen. Erst als die Thronwirren in Syrien den Tobianern jede Hoffnung auf syrische Hilfe genommen hatten, mussten sie sich ergeben, und so gross war der Jubel im ganzen Volke über ihre, wie es schien, endgültige Besiegung, dass man den Tag, an dem dieses Ereignis sich vollzog, zum alljährlichen Freudenfeste weihte.