Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 513)
- Language
- German
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Ist der Name ״jüdischer Hellenismus“ berechtigt? Von Dr. Samuel Halevy in Hamburg. I. In den letzten Regierungsjahren des ägyptischen Königs Ptolemäus III. Euergetes, dessen Oberhoheit Palästina unterstand, tritt im inneren Leben dieses Landes eine verhängnisvolle Wendung ein, die für sein ferneres Geschick von entscheidender Wirkung war. Es ersteht die Partei der sogenannten Helle־ nisten, die systematisch darauf ausgehen, das Judentum zu untergraben, um, wie wir später nachweisen werden, desto sicherer und dauernder ihre eigene Herrschaft auf dessen Trümmern errichten zu können. Man ist leicht geneigt, anzunehmen, dass diese schwere Krise, welche von den sogenannten jüdischen Hellenisten in Palästina heraufbeschworen wurde, ein direkter Ausfluss der allgemeinen hellenistischen Bestrebungen ist, welche zu jener Zeit im Orient vorherrschten. Die intensive Einwanderung von Söldnern, Kaufleuten, Gelehrten u. s. f. nach den Küstenstädten wie dem Inneren Asiens, welche mit dem kühnen Eroberungszuge Alexanders des Grossen durch den Orient einsetzte, verlieh dem gleichsam neu erschlossenen Erdteil einen wesentlich veränderten, einen hellenistischen Charakter. Als Alexander in raschem Fluge die asiatische Welt durchstürmte, dachte er ebensosehr an die griechisch-kulturelle Durchdringung der orientalischen Bevölkerung als an die politische Eroberung ihres Gebietes. Es konnte seinem scharfblickenden Verstände unmöglich entgehen, dass sich die heterogensten Nationalitäten, aus denen einmal der Orient zusammengesetzt war, nicht ohne einheitliches kulturelles Band zu