Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 476)
- Language
- German
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384 4!!י I?! י?. f- י׳% I י -!5״ ür ־;5: f 1* t;: ין:: s! »I .!־ ״königlichen Dieners“ und war der gewöhnlichen Gerichtsbarkeit nicht unterworfen1). Welche Bewandtnis es nun unter diesen Umständen mit der Mitteilung Wuttkes2) habe, dass König Johann [?] den; Pose ner jüdischen Aerzten 1749 untersagt habe, Christen Beistand zu leisten, ist erst aus Nachrichten von Lukaszewicz 3) ersichtlich. Zu den traurigen Folgen der Blutbeschuldigung von 1736 zählte auch die, dass König August III. am 5. August 1749 strenge Verordnungen gegen die Pose ner Judenschaft erliess, von denen die achte besagte: ״Wenn die Synagoge für sich einen Arzt und Chirurg halten sollte, so soll sie ihn warnen, dass er sich nicht erdreiste, Christen zu behandeln, ihnen Ader zu lassen, Wunden zu verbinden, Kat zu ertheilen, Wöchnerinnen zu helfen u. s w. bei Strafe des Gefängnisses, der Stäupung und Vertreibung aus der Stadt“. Den indirekten und wohl auch direkten Anlass zu diesem Erlass hat man in dem ewigen Kampfe der Posener Städter gegen die Juden zu suchen. Es ist Lukaszewicz einigermassen zweifelhaft, ob und inwieweit das Dekret faktisch gehandhabt wurde. Doch noch der Vergleich, den zwischen den Hadernden die Commission der guten Ordnung im Jahre 1779 herbeiführte, blieb dabei: ״Kein jüdischer Arzt soll sich unterstehen, einen Christen zu behandeln“. Aus der Collision widerstreitender wirtschaftlicher Interessen ist folgender Stoss- Seufzer gegenüber den jüdischen Mitbewerbern geboren, der 1715 in Form eines lateinischen Gedichtes den Posener christlichen Chirurgen in den Mund gelegt wird: Chyrurgi. Plorat chyrurgus: — ille Licurgus a. a. O. S. 323 Anm. 3. Die Nachricht Sternbergs a. a. O. S. 149, dass August HI. einen jüdischen Arzt Aron auf seine Kosten habe studieren lassen, für die er als Quelle Gasiorowski, Zbior wiadomosci angiebt, findet sich dort weder auf S. 133 noch S. 387 des zweiten Bandes und beruht offenbar auf einem Irrtum. Der eine Aron lebte 100 Jahre früher, vom anderen sagt G. nicht, dass der König ihn gefördert habe. *) Balaban, Skizzen u. Studien z- Gesch d. Juden in Polen, Berlin 1911, S. 37. 2) Städtebuch des Landes Posen S. 410. 3) Historisch-statistisches Bild der Stadt Posen, übers, von Königk und Tiesler I, Posen 1878, S. 70 f,; vgl. Provinzial-Blätter f. d. Grossherzog״ tum Posen 1846 S. 148 f.