Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 463)
- Language
- German
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371 Vielleicht darf der, wenn auch nicht auf festem Grunde stehenden, Vermutung Baum gegeben werden, dass Wir auch in dem Arzte Josippa Krank — letzteres ist zuweilen dem •heutigeD Krojanke entsprechend—, der wohl gar gleichfalls dem sechzehnten Jahrhundert angehören mag, einen Gross* polen zu erblicken haben1). Die Annahme Sternbergs2), dass Simon aus Lowicz, der 1537 genannt wird, den Bekennern des Judentums zuzuzäblen sei. ist für diese Epoche seines Lebens unhaltbar3). II. (Jene Mahnung des Talmuds blieb nicht unbeachtet. Es überrascht zu sehen, dass ausser den genannten sehr viele selbst ganz kleine jüdische Gemeinden Wert darauf legten, einen Arzt in ihrer Mitte zu wissen, kommt urkundlich in Lublin 1532, 1540, 1541, 1546, vielleicht auch 1543 vor (Wetstein, שברי לוחות’ S. 4, Dyplomat. S. 252—8). Der Name steht nicht vereinzelt und wird zu jener Zeit auch anderwärts genannt, z. B. in Brzesz etwa gleichzeitig bei Feinstein, עיר תהלת S. 66, 68 und Buber, יקדיה נשגבת Krakau 1903, S. 58 aus dem 16. Jahrhundert הרבני ם' שבנא. Uri Lipmann Chefez b. isr. Seligmann war 1587/88 Rabbiner in Gnesen; vgl. Monatsschrift XIII 372 Anm. 12. Elchanan b. R. Bezalel Uri Lipmann Chefez aus Posen 1612 s. Steinschneider, Catal. librorum hebr. in bibliofheca Bodlejana, Berlin 1852—60, S. 920, Michael, Or ha-Chajim, Frankfurt a. M. 1891, Nr. 345. 1518 wird urkundlich der Rabbiner ״episcopus judaicus“ genannt (Berschadski S. 123); vgl. Bloch, der Streit um den Moreh S. 35. *) Zeitschrift für hebr. Bibliographie Vlll, Frankfurt a. M. 1904, S. 188. Kronk für Krojanke kommt auch im Posener Kscherimbuche (Archiv der jüd. Gemeinde Posen) S. 444 b, im Flatower Chebrabuche (Gesamtarchiv der deutschen Juden zu Berlin) S. 279a und bei Waiden, שם הגדולים תחרש, Warschau 1879, S. 103 vor. Der Schwiegervater des Sohnes Josippas Jehuda Minz Levi mag am Ende der in den שאלות ותשובות בית חדש, Frankfurt a. M. 1697, Nr. 73 genannte sein und würde alsdann dem 16. Jahrhundert angehören 2) Gesch. der Juden in Polen unter den Piasten und den Jagiellonen, .Leipzig 1878, S. 148 nach Lelewel, Chron. 3) Eine genaue Quellenangabe fehlt bei Sternberg. Zudem war Simon zur Zeit Professor an der Krakauer Universität, widmete ein medizinisches Werk dem Sanctae Gnesnensis Ecclesiae Archiepiscopo ... Domino suo clementissimo und richtete ad reverendum in Christo Patrem ae Domsnum . . epistola. Dieses alles schaltet mit Sicherheit einen Juden aus (Gasiorowski, Zbiör wiadomosci do historyi sztuki lekarskiej w Polsce 1, Posen 1839, S. 219—226).