Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 432)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3486266-3486283--3935-3490302- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
340 welche gegen die göttliche Ehrfurcht und die Achtung vor den« Menschen verstossen, hätte ich hierfür die strengste Strafe verdient,, welche man nach unserer Religion verhängen kann. Da jedoch die Herren des Vorstandes wegen der heiligen Busstage, in denen wir uns befinden, Erbarmen mit mir haben, ist mir von ihnen befohlen worden, diese Schrift zu verlesen, durch welche ich el Dio benditto, die Herren der Verwaltung und diese ganze Gemeinde demütig um Verzeihung bitte, indem ich viele Reue über meine Verfehlung und Ehrfurchtsverletzung bekunde und den weiteren,, mir auferlegten Strafen mich unterwerfe.“ Am 8. desselben. Der derzeitige Vorstand und der letztvorhergehende berieten gemeinsam über die Strafe, welche dem Jacob Ulhoa, wegen seiner Supplik an den Bürgermeister Molder, der dem Jarch gegenüber geäusserten Worte und der sonst noch hinzukommenden Verfehlungen aufzuerlegen ist. Obgleich man ihn durch Dekret vom letzten Tage in Ilul von der öffentlichen Verlesung eines Schriftstückes entbunden hatte, wurde, nach nochmaliger Erörterung des Falles, beschlossen, das erste in dieser Sache abgegebene Dekret, trotzdem es nicht protokolliert worden, zu bestätigen. Er muss daher das Schriftstück verlesen, widrigenfalls ihn! verboten wird, die Hauptsynagoge zu besuchen. In jenem ersten Dekret war überdies bestimmt worden, die Verfehlungen des Ulhoa in das Gemeindebuch einzutragen. Es wird indes aus geheimen Gründen vorläufig hiervon abgesehen; falls er sich jedoch neue Delikte zu schulden kommen lässt, sollen auch die früheren in Anrechnung gebracht und der ganze Inhalt des Dekrets gegen ihn voilstreckt werden. Das zu verlesende Schriftstück hat folgenden Wortlaut: ״Da ich unlängst durch unbefugte Mitteilungen (reporttes) an fremde Personen der ganzen Gemeinde Aergernis gegeben und durch eine solche Handlungsweise mich gegen el Dio Benditto und unsere Gemeinde vergangen habe, worüber ich grosse Reue empfinde, bitte ich Gott und diese ganze Kahal Ka los um Verzeihung, indem ich gelobe, mich in Zukunft zu bessern.“ 17. Tisry. Haym Sarraco soll von den Schlachtern und von den Privatpersonen, welche Vieh im Schlachthause schlachten lassen, dio