Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- IX. 1911 - 5672 (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- – (sequence 399)
- Language
- German
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307 nats in Niederwerrn, von wo es im Jahre 1864 nach Schweiniurt verlegt worden ist1). In den Akten eines Prozesses, den der Distriktsrabbiner Meier Lebrecht (1840—1890) in den Jahren 1841—1843 gegen die von Münster’sche Gntsherrschaft in Euerhach wegen Zahlung von Schutzgeld geführt hat, werden für die Zeit seit 1740 folgende ritterschaftliche Rabbiner namhaft gemacht: Mendel (ohne Zeitangabe), Samuel Wolf 1740—1785 2) Asur Löb ums Jahr 1787 Maier Zeckendorf er seit 1789 öffenbar hatte das Rabbinat in Niederwerrn, ebenso wie die beiden genannten Juden zu Worms im Jahre 1562, sich in die Notwendigkeit versetzt gesehen, diese Urkunde, die ein so wertvolles Instrument der Verteidigung darstellt, zu Nutz und Frommen ihrer Schutzbefohlenen sich zu verschaffen. Die Urkunde hatte auch im 18. Jahrhundert ihren Wert nicht eingebüsst und sie ist nicht nur als historisches Dokument, sondern auch aus apologetischen Erwägungen heute noch beachtenswert. x) Die bei Bamberger, ״Geschichte der Rabbiner der Stadt und des Bezirks Würzburg“ S. 95 gemachte Angabe, dass der Rabbinatssitz von Ob״ bach־ nach Schweinfurt verlegt worden sei, ist irrig. Obbach war als Rabbi״ natssitz 1840 wohl in Aussicht genommen, musste aber noch im selben Jahr zu Gunsten Niederwerrns zurücktreten. 2) Dieser Samuel Wolf war, wie aus Bamberger a. a. O. S. 53 ff. hervorgeht, im Jahre 1782 bei der Neuwahl eines Rabbiners für Heidingsfeld Rivale des als Sieger aus der Wahl hervorgegangenen Rabbi Löb Fahren״ bach (Fernbach) aus Berlin. Samuel Wolf war der Grossvater des berühmten Rabbiners Wolf Hamburg in Fürth, der in der Einleitung zu seinem ספר שער הזקנים (Sulzbach 5590) seiner Mutter Kreinle, der Tochter Samuel Wolfs, rühmend und dankbar gedenkt und bezüglich seines Grossvaters auf Noda bijehudo Eben haezer, Responsum 14 und 15 verweist, wo derselbe mit bemerkenswerten, rühmlichen Epitheta erwähnt wird (Diesen letzteren Hinweis verdanke ich der Güte meines Kollegen und Freundes Herrn Dr. Bamberger״Hanau und des Herrn Lehrers M. Weigersheimer״ Schweinfurt, denen ich hierfür an dieser Stelle danke). Auch die in dem genannten Buch S. 65 genannten Substitute des Oberrabbiners Bing in Heidingsfeld, Isak Werner und Gabriel Hirsch Friedmann, wirkten in Niederwerrn.