Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 393)
- Language
- German
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275 durchführen lässt, — angeordnet, die Genannten sollen bis zum kommenden ßosasanä weder aufgerufen werden, noch irgend eine Misvä in der Gemeinde ausüben dürfen. Sie haben alsdann bei dem Vorstände zunächst um Erlaubnis zu bitten und wird dieser hierauf nach seinem Ermessen Weiteres bestimmen. Dem Abraham Is. Bravo und dem Jacob Ulhoa liess der Vorstand mitteilen, man habe ihnen allerdings die Erlaubnis zur Weiterführung ihres Prozesses bei den Landesgerichten erteilt; ״indes erwarten wir, dass daraus nicht etwa ein Aergernis oder eine Störung für unsere Gemeinde erwachsen werdet 26. Sivan. Man verlas ein Schreiben der Auslösungskammer (Camara de cativos) in Venedig, in welchem sie auf die Notwendigkeit hinweist, einigen in Gefangenschaft geratenen Personen zu helfen. Nach Beratung wurde beschlossen, ihr zu diesem Liebeswerk 100 Dukaten Banco zu senden. Hierzu soll der Ertrag der für diesen Zweck bestimmten Sammelbüchse (caixinha) aus den Jahren 5416, 17 und 18 sowie aus dem laufenden Jahre, bis zu Ende desselben, verwendet werden. Das Uebrige ist aus der allgemeinen Kasse zu ergänzen. Die von Amsterdam hierher gekommene Frau Witwe Rachell d’Andrade soll, der Verordnung gemäss, zum Begräbnisplatz einen Beitrag (finta) zahlen, welcher auf 10 Rt♦ festgesetzt wird. Am 28. Sivan. In Gemässheit des am 7. Tebett, in einer gemeinsamen Sitzung des früheren und des jetzigen Vorstandes gefassten Beschlusses, sich nach einem geräumigen Hause umzusehen, in welchem alle Angehörigen unserer Gemeinde ihre Andacht verrichten können, waren in dieser ganzen Zwischenzeit Anstrengungen nach dieser Richtung gemacht worden. Die Herren Samuel de Caserez und Isaq Senior hatten es übernommen, die nötigen Schritte zu tun. Nachdem man nun die Sache angebahnt hatte und diese so weit gediehen war, dass man zur Ausführung schreiten wollte, berief man wiederum den früheren und den jetzigen Vorstand zusammen. Die genannten Herren legten dar,