Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 226)
- Language
- German
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107 wo er zu seinem Erstlingswerk den Grund legte, das er sla kaum1 Zwanzigjähriger unter dem Titel בדן שלמה veröffentlichte. Diese jüdische Grammatik, in der er in jugendlichem Uebereifer und Tatendrang sich mit tadelnden Worten über berühmte Männer der Vorzeit aussprach1), erregte bei den Zeitgenossen derartigen Unwillen, dass sie, wie von manchen Seiten behauptet wird2), nur mit knapper Not dem Feuerstrahl entging. Der Verfasser musste sich zu einer Erklärung entschliessen, worin er die in seinem Werke gegen Abrabanel, Ibn Esra, David Kimchi, Elia Levita Isaak b. Samuel ha-Levi (Verf. des שיה יצחק) u. a. erhobenen Vorwürfe zurücknimmt3). Salomo Hanau führte ein ruheloses Wanderleben; bald treffen wir ihn in Kopenhagen, bald in Amsterdam, Hamburg,- Berlin, Halle u. a. 0., wo er sich teils Approbationen zu seinen Schriften, teils auch durch Erteilung von Unterricht die Geld״ mittel zu deren Druck zu verschaffen bemüht war. Gegen 17294) kam er nach Fürth, wo er längeren Aufenthalt nahm und ebenfalls Unterricht erteilte. Hier erfolgten auch die ersten Angriffe auf seine grammatischen Arbeiten. Ein gewisser R. Meir aus Prag, dessen kritische Bemerkungen handschriftlich in Original und Abschrift durch Isaak Przemysl nach Fürth gebracht wurden, fand einen Mitarbeiter in Seligmann Schwab 5)־ aus Fürth, der gegen Salomo Hanau auftrat, worauf dieser mit seinem קונמרם קורי עכביש antwortete, auf welches Schwab mit seinem 1) Das Buch war zunächst gegen R. Esriel Wilna und dessen Gebet״ buch (דרך שיח השדה) gerichtet, zu dem sein Sohn Elia ein Vorwort (מעבה אליהז) und einenKommentar (מקרא קודש) geschrieben hatte und das 1704 in Frankfurt a. M.r dann 1713 in Berlin und 1721 in Wilhersmdorf erschien. In den zwei letzteren Ausgaben erwidert Esriel auf die im בבין שלמה enthaltenen Angriffe. 2) Vgl. Unschuldige Nachrichten auf das Jahr 1713 S. 57 ff.; Wolf bibl. hebr. I, 1053. 8) Der Widerruf, den Salomo Hanau auf einem besonderen Blatte sei״ nem בנין שלמה beilegte und der nur in wenigen Exemplaren vorhanden ist, wurde von Freimann in seiner Ztsch. f. hebr. Bibi. VIII, 93 veröffentlicht. 4) ln diesem )ahre erteilte er eine Approbation zu dem 1730 in Sulzbach gedruckten באר רחובות v. Eisik Auerbach. 5) Sein jüdischer Name war ראובן בן אהרן הל1י גריסהאבער (aus Kriegshaber); sein Sohn Binjamin Wolf, Gemeindediener, Schächter und Beglaubter in Kriegshaber, ist Verf. von זבד בנימין (Karlsruhe 1783).