Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 222)
- Language
- German
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103 Mutter war die Tochter des Benjamin Berlin (s. d.) in Förth1)• Er ist Verfasser von פרפראות לחכמה (Entwurf zur Selbstverfertigung eines immerwährenden Kalenders, Dessau 1811), שלמות וצורת הנפש (Kommentar zu Mendelssohns סי הנפש, das. 1811), דברי יושר (Polemik gegen Salomon und Wolf, das. 1818), 2 יראת שמים. Teil (Erklärung zu Maimonides’ קדוש החדש, das. 1820). Auch schrieb er כללי הנדסה d. i. Erläuterungen zu ראשית למודים, einer Bearbeitung Euklids von Abraham Josef Mainz (Berlin 1775). In der Zeitschrift מאסף (V, 351) veröffentlichte er einen Aufruf zur Unter- Stützung der Dessauer Schule. Michael Fürth, d. i. Michael b. Abraham Kohn aus Markterlbach2), lebte längere Zeit in Fürth, wo er wegen seiner strengreligiösen Lebensführung den Ehrennamen Michael Chasid trug. Er war ein Schüler des ß. Mosche Katzenellenbogen (s. d.) 3) und erwarb sich grosse Verdienste dadurch, dass er armen Kindern unentgeltlich Unterricht erteilte und für ihren Lebensunterhalt sorgte. Diese mussten abwechselnd bei vermögenden Juden das Essen sammeln, das alsdann gemeinsam verzehrt wurde. Da dieses Essen häufig aus dem in Süddeutschland beliebten nahrhaften ״Griesbrei“ bestand, erhielt ß. Michael spottweise den Titel ״Präsident der Griesbrei-Kompagnie“. Sein Schwiegersohn, der Schullehrer Josef Pasch, übernahm nach dem Tode Michaels das gleiche Amt, hatte aber nicht den gleichen Erfolg4). Von Michael Kohn erschien ein Gebetbuch mit Interlinearübersetzung (Wilhermsdorf 1718 und Sulzbach 1728), sowie eine Ausgabe der Psalmen (Wilhermsdorf 1725 und Nachdruck Fürth 1760). Mosche Fürth, Sohn des Elchanan (Oettinger), war 1665—1667 ßabbiner im Bambergischen mit dem Sitz in Zeckendorf5). Sein Sohn Isaak Nates starb 1715 in Nikolsburg6). 1I Vgl. Landshuth, Berliner Rabbinen, S. 59, wo אלהבן statt דניאל zu lesen ist. 2) Jüdische Hofstätten von dort werden 1532 erstmals erwähnt (Henle 49). 3) ln dessen Approbation zu der Gebetbuchausgabe mit Interlinear- Übersetzung (Fürth 1740) nennt er diesen seinen Schüler p הוותיק התורני ב״ה מיבל אברהם כ״ץ.. 4) Würfel S. 9; Barbeck S. 54. 5) Vgl. Eckstein a. a. O. S. 162. 6) Vgl• Grunwald a. a. O., Heft 21 S. 22, wo" Oettinger statt Edinger (Endingen das. S. 23 n. 2) zu lesen ist.