Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 221)
- Language
- German
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102 Josef Fürth, 1784 und 1798 Dajan in Posen1), Israel Fürth, Verfasser von Ehrendenkmat, Beiträge zur Charakteristik meines Lehrers R. Markus Benedikt (in Pascheies Sipurim n, 201). Löbele Fürth, d. i. Jirmija Arje, Sohn des Dajan Samuel Popitsch (s. d.) in Fürth, beendete 1694 seine Lehrzeit als Setzer2) und war als solcher bis 1722 tätig. Was aber seinen Namen weit über seine Vaterstadt hinaus bekannt gemacht haty das war sein Beruf als ״Possenmacher“ 3). Zur Charakteristik dieses Schalksnarren genügt, wenn wir ihn mit dem Titel anfübren, den er sich selbst gibt als דדרושלמי והרב וההון המשורר הגדול המפורסם .(4ירמיה הנקרא גפי כל אדם ליב ליצן אדר ליב באסץ מאבר Löw war, wie Würfel bemerkt, ״unter den Fürther Juden׳ seiner lächerlichen Person wegen sehr bekannt und beliebt“- Deshalb wurde auch in den alten Gemeindesatzungen bezüglich der Festlichkeiten bestimmt, ״man soll nicht über drei Spielleute haben, ungerechnet den Löw und seine Gesellen; und wer den Löw nicht nimmt, darf vier halten“. Löw, der auch eine Tochter hatte, namens Vögelein, die bei seinen Aufführungen mitwirkte, aber später ״davon flog“ 5), starb c. 1754. Sein Name aber ist unsterblich, und heute noch erzählt man in Süddeutschland gerne von ״Löbele Fürth“ und seinen tollen Streichen. Mayer Elkan Fürth (Meir b. Elchanan) war in Fürth geboren und lebte als Lehrer in Dessau (c. 1775—1821). Sein Vater, R. Abraham Elchanan, war Rabbiner in Bern bürg; seine ג) Vgl. Jahrbuch IV, 327; dort wird auch ein Josef b. Jakob ha-Lewi aus Fürth genannt, der 1685 in Posen lebte. 2) Vgl. עלה דידגה (Fürth 1694), Schluss der letzten Seite. 3) Als באסין ליב Bassen-Löb, Lob Bassenmacher, wird er im Cat. Bodl. 8504 angeführt, was nichts anderes als ״Possenlöb, Possenmacher״ bedeutet, ebenso wie ״Lob Lützen״, das nichts mit der Stadt Lützen zu tun hat, sondern ליצן d. h. Spötter (von לץ abgeleitet) heisst. 4) Vgl. ברכת המזון (Fürth 1722). 5) Würfel S. 141 ff. und hieraus bei Grunwald, Mitteilungen zur jüd. Volkskunde,1909 S. 22 ff. 28, wo einige schalkhafte Streiche des »Spie Löw“ oder ״Lustigmacher Löbel“ angeführt werden. Eine ähnliche Person״ lichkeit war das Popperle von Fürth, ein. kleines Männchen, das den Talmudjüngern als Faktotum diente und ihnen auch zuweilen Geld vorstreckte (Achawa 1866 S. 238).