Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 214)
- Language
- German
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95 Zollfreiheit zugestanden1). 1699 erwarb er einen Männernnd Frauensitz in der Sygagoge zu Sehnaittac h2). Ein ewiges Andenken verschaffte er sich dadurch, dass er ein Lehrhaus (Talmudklause, Gabrielschule genannt) stiftete, das er mit 10 000 fl. fundierte und an dessen Spitze er seinen späteren Schwiegersohn R. Mosche Brandes aus Prag berief, der den Unterricht der Talmudjünger leitete und als Nachfolger des R. Bärmann i. J. 17133) mit dem Rabbinat Schnaittach betraut wurde, während er seinen Wohnsitz in Fürth beibehielt4). Gabriel stand nie zurück, wo es galt, für die allgemeinen jüdischen Interessen einzutreten, wie er auch sonst durch Gastfreundschaft, Menschenfreundlichkeit und Uneigennützigkeit sich einen klangvollen Namen erwarb5). Er starb im Alter von 70 Jahren in der Nacht des 28. Siwan (26. Juni 1710) 6)in Bamberg7) und wurde am folgenden Tage in Fürth beerdigt. Seine Frau Chaja war die Tochter eines Vorstehers8). Sein Sohn Abraham war mit Edel, der einzigen Tochter des David Seckel Fränkel, ver- ' heiratet, die ebenfalls eine einzige Tochter hinterliess und in früher Jugend 1708 verschied9). Ein anderer Sohn, Wolf10), war ף Henle S. 87. 2) Weinberg a. a. O. S. 81 n. 8) Das Jahr 1709, das ich im )ahrbuch 111, 220 als die Zeit seines Amtsantritts in Schnaittach angegeben habe, wird von Weinberg (a. a. O. S. 112) als unrichtig bezeichnet. 4) Vgl. den Auszug aus dem Mainzer Memorbuch in Mtsch. 37, 380. ‘) Vgl. Memoiren der Glückei von Hameln ed. Kaufmann S. 203. •) Vgl. meine Blätter 11, 52 zur Berichtigung des Sterbedatums bei Brann im Kaufmann-Gedenkbuch S. 415 Nr 21; dort ist auch in Z. 6אוםנזתז statt אמונתו und in Z. 12 ביבבת zu lesen. 7) In Bamberg wurde ihm auch schon i. ). 1703 während der Kriegswirren in Anerkennung seiner treuen Dienste, die er dem Hocbstifte und fränkischen Kreise geleistet hatte, das Aufenthaltsrecht gewährt; vgl. Eckstein, Nachträge S. 60 n. 1. 8) Vermutlich in Zirndorf, wo beide im Memorbuch eingetragen sind; bezüglich ihres Gatten Gabriel heisst es dort: נפטר בק״ק באמבזיג בליל ד׳ ב״ז מיק ת״ע לפ״ק תקבר בשייט בק״ק פירטא ביום חמישי ב״ח סיק ת״ע לפ״ק בי צוד. את ביתו אהדיו לעשות עמו הסד ואמת ויקברו אותו בק״ק פיורטא אצל קברי אבותיו וכן עשך. 9) Bezüglich des unrichtigen Sterbedatums bei Brann. a. a. O. S. 432 n. 3 vgl. meine Blätter 11. 52. 10) Beide Söhne des Gabriel Fränkel werden als Abraham Gabriel 1696—1699 und Wolf Gabriel 1696 und 1697 unter den Leipziger Messgästen genannt «Mtschr. 1901 S. 479)