Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 204)
- Language
- German
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85 Eisass, Ascher (הריץ מדיוריראשרעי^זוס ב״כ יצחל! אייידק), lebte in Fürth nachweislich seit 1755 als Privatmann; er wird schon 1774 als stellvertretender Rabbinatsbeisitzer erwähnt und bekleidete dieses Amt definitiv von 1776 bis zu seinem in hohem Alter am 11. Siwan (11. Juni) 1802 erfolgten Ableben. 1790 wurde ihm von der Gemeinde der Morenutitel verliehen. Seine beiden Frauen, von denen die eine 1755 und die andere 1804 (im 77. Lebensjahre) starb, waren Töchter des Maier Mainbernheim. 1790 ist er als Subskribent des שפה ברורה verzeichnet. 1780 unterschreibt er mit R. Salman Kohn in Fürth ein Aktenstück!betreffs der Frankistensekte in 0 f f e n b a c h 1). Sein Sohn Abraham wird 1813 als Vorbeter in Rohrbach genannt. Gemeinschaftlich mit R. Kofmann (s. d.) approbierte er 1774 das &״ שבעה משקין• des R. Samuel Chajim b. Abraham Neugass 2) in F r a n k - fu rt a. M. Hierdurch wurde das Missfallen der Vorsteher in Fürth erregt, die, vermutlich auf eine vom Frankfurter Vorstand an jenen in Fürth gerichtete Interpellation *), die beiden Rabbinatsbeisitzer auf ein Jahr ihres Amtes entsetzten. Als sie sich zu ihrer Rechtfertigung auf R. Josef Steinhart beriefen, mit dessen Wissen ihre Approbation erfolgt war (wie auch die Approbation Steinharts beweist, der auf die beiden Dajanim hierin. Rezug nimmt), wurde auf dessen Veranlassung die Amtsentsetzung :zurückgenommen; Steinhart musste jedoch in einer öffentlichen Kundgebung den Sachverhalt auseinandersetzen. Diese Kundgebung wurde auf Gemeindekosten gedruckt und ausserdem wurde durch Bekanntmachung in der Synagoge allen Fürthern verboten, das Buch zu kaufen. Auch wurde bei diesem Anlass beschlossen, ף Mtsch. 1877, S. 239. 2) Das שבעה משקין *a erschien 1774 in Frankfurt a. M, also תקל״י und nicht תקי״ל, wonach Benjakob im אוצה״ם S. 566 No. 265 richtigzustellen Ist. Neugass war Lehrer in Frankfurt a. ff., wo er 18t6 starb; vgl. ln- :Schriften No. 4856; Brüll Jahrb. IX, 163, wo in n. 3 Abraham statt Ahronzu lesen ist. *) Es erscheint immerhin auffallend, dass das Büchlein wohl eine lateinische und hebräische Approbation des Prof. Megerün, aber keine solche des Frankfurter Rabbinats enthält; R. Natan Maaß, der bekannte Schulrektor, hatte zwar gegen die Veröffentlichung nichts einzuwenden, aber er erteilte keine eigentliche Approbation.