Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VIII. 1910 - 5671 (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- – (sequence 201)
- Language
- German
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82 Nesanel war Rabbinatsbeisitzer in Mannheim und starb dort 1786; er wird als Verwandter des R. Jakob Josua von Krakau (פני יהושע) und als Förderer der Wissenschaft genannt 1). Henle, der Sohn Nesanels, war 24 Jahre Klausrabbiner in Mannheim und starb dort 1802; dieselbe Stelle bekleidete dessen Bruder Samuel von 1735 bis zu seinem Ableben2 *). Di speck8), David4) b. Joel, war Vorsteher in Fürth und Rabbinatsbeisitzer unter R. David Strauss. In Di speck (Bayern) c. 1715 geboren, wurde er in früher Jugend von seinen Eltern nach Fürth gebracht, wo er die Schule besuchte. Nach vollendetem 13. Lebensjahre besuchte er die Talmudschule des R. Jakob Kohn Popers in Frankfurt a. M., wo er bald zu den bevorzugten Jüngern gezählt wurde. Seine erste Anstellung fand er in Bruck5), das er 1741 wieder verliess, um sich nach verschiedenen Wanderungen in Fürth niederzulassen, wo er in Gemeinschaft mit Gleichstrebenden das Talmudstudium pflegte und auch selbst Unterricht erteilte. Sein Ansehen wuchs derart, dass ihn die Gemeinde zu ihrem Vorstand erwählte und ihm auch einen Sitz im Rabbinatskollegium einräumte, in welcher Eigen- Schaft er schon 1758 erwähnt wird6 *). *So vergingen vierzehn Jahre, bis das Anwachsen seiner Familie ihn veranlasste, einen Gold- und Juwelenhandel zu betreiben. Ein grosser Geldverlust, den er 1767 infolge seiner Gutmütigkeit und Leichtgläubigkeit erlitt, zwang ihn, Hab und Gut zu verkaufen, um seine Ehrenschulden vollständig zu bezahlen. Im Herbst 1771 wurde er nach 1J Vgl פסח hm!הגדי (Furth 1754). 2) Vgl. meine Kurpfalz S• 234; der dort n. 3 genannte Henle Fürth war der Sohn Nesanels. *) Der Familienname Dispeck war in Fürth mehrfach vertreten; ein Chajim Dispeck von da war zuerst Lehrer in Fürth und später Rabbiner am Beth-Hamidrasch in Hechingen (c. 1820). Simon Dispeck war anfangs des 19. Jahrhunderts Rabbiner in Altbreisach. Samuel Dispeck wurde 1797 als Rabbiner in M e r c h i n g e n (Baden) angestellt. 4) Vgl. mein ״Nathanael Weil“, S. 77; die dort gegebenen Notizen erfahren durch vorliegende Darstellung manche Ergänzung und Berichtigung; vgl. auch Eckstein, Geschichte der Juden im Markgrafentum Bayreuth, S. 78. 8) Vgl. באר יעקב S. 63 b. ®) Im Jahre 1763 klagte er laut Protokollbuch bei dem Gemeinde- Vorstand gegen Israel Brandes wegen Zahlung abgelieferter Talmudbände.