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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1911-01-01 · VIII. 1910 - 5671 (1911) · page 196

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VIII. 1910 - 5671 (1911)
Date
1911-01-01
Page
– (sequence 196)
Language
German
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77 tung zu seinem ברכת הזבח als denjenigen bezeichnet, der ihm für seine Methode beispielgebend war1 2). Bochner, Chajim, Sohn des Benjamin Seeb, geboren in Krakau, wo sein Vater als angesehener und vermögender Kaufmann lebte und seine Geschwister, drei Brüder und eine Schwester, dem gleichen Stande angehörten. Zu seinen Lehrern zählte er u. a. R. Seligmann Gans aus Prag (lebte in Opatow)*) und R. Jacob Temerls aus Worms, Rabbiner in Eremnitz3). Er lebte ganz dem Thorastudium und sammelte Jünger um sich, die er dem gleichen Streben zuführte. Um die Kosten zur Drucklegung seines אדר חדש und Approbationen hierfür zu erlangen, begab er sich auf Reisen; so kam er 1657 nach Prossnitz, 1660 nach Kremnitz und von hier nach Ebenfurth und Lackenbach, wo er etliche Jahre als Rabbiner wirkte. 1669 begab er sich über Nikolsburg und Prag nach Wien und hielt sich auch einige Zeit in Bayern auf. Nach Wien zurückgekehrt, blieb er dort und stand in regem Verkehr mit gelehrten Zeitgenossen und strebsamen Schülern4) bis zu der 1670 erfolgten allgemeinen Austreibung der Juden aus Niederösterreich. Jetzt begann für ihn wiederholt ein vielbewegtes Wanderleben. Er besuchte Frankfurt a. M., Halberstadt, Hildesheim, Hambürg, Amsterdam und zuletzt Fürth, wo er als Privatmann die letzten Jahre seines Lebens verbrachte und am 17. Schebat (2. Februar) 1684 aus dem Leben schied5). Seine erste Gattin Babel, eine Tochter des Maier Wahl in Krakau, starb dort am 13. Oktober 1651; seine zweite Gattin Rechlen starb wenige Monate nach ihrem Gatten am 26. Mai 1684 in Frankfurt a. M.6); J) Vgl. Horovitz, Frankfurter Rabbinen, 11, 50 n. 3. 2) Vgl. Hock, die Familien Prags, S. 69 n. 1. 3) Grosser Kabbalist, der in seiner Approbation zu Bochners אלד הדש auch diesen als Kabbalisten preist. 4) Der Unterricht bewegte sich בנגלה ובנסתר, wie R. Gerson Aschkenasi in seiner Approbation zu אור הדש bezeugt 5) Vgl. Kaufmann-Gedenkbuch S. 409 Ho. 5, wo das Sterbedatum י״ז שבט המ״ד lauten sollte. Im Fürther Sterbebuch wird er als איש הסיד וםו&לג בתורה ובחסידות ומקובל bezeichnet. Über Bochners Lebensgang vgl. auch Dembitzer כלילת יופי II, 98 u. 112; Kaufmann, Die letzte Vertreibung, S. 192. 6) Wetstein לתולדות גחלי ישראל S. 26; Horovitz, Frankfurter Friedhofin- Schriften Ho. 1154.

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