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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 238

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 238)
Language
German
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IRI
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210 Wolf sich schon frühzeitig mit jugendlichem Eifer für jüdisches Wissen und jüdisches Leben begeisterte. Er genoss den Unterrieht des Rabbinatsassessors Wolf Ullmann in Fürth und besuchte dann die Jeschiba des R. Meschullam Salomon Kohn, dessen vorzüglicher Schüler er wurde. Als mit der Bürde des Alters die Kräfte seines Lehrers abnahmen und er sich ausserstand sah, den seinen Jüngern bisher erteilten Talmudunterricht in gewohnter Weise fortzusetzen, da gereichte es ihm zu grosser Befriedigung, dass der junge Wolf Hamburg die Lücke ausfüllte und an seiner Stelle den Unterricht leitete, den er nach dem Ableben seines Lehrers ganz übernahm. Die besondere Fürsorge R. Wolfs galt der Klausstiftung seines Ahnen Bärmann Fränkel, deren Verwaltung er besorgte und in deren Bethamidrasch er die Rabbinatsfunktionen versah. Zugleich widmete er auch als Vorbeter, Schofarbläser und Mohel seine Dienste der Gemeinde, deren Interessen ihm stets in der uneigennützigsten Weise am Herzen lagen, wie er sich auch der Armen und Kranken in treuer Liebe annahm. Seinen Schülern war er ein väterlicher Freund und Gönner und stand ihnen in allen Lebenslagen mit Rat und Tat helfend zur Seite. Sein Leben war ein Muster strengster Observanz und Gewissenhaftigkeit, frei von jeder Frömmelei und Uebertreibung 1). Von schweren Krankheiten und mancherlei sonstigen Kümmernissen heimgesucht, klagt er öfter in seinen Briefen darüber, dass er sich infolgedessen nicht so eifrig dem Thorastudium widmen konnte, wie es gern wollte. Den grössten Schmerz aber bereitete ihm die Wahrnehmung, dass in seinem Geburts- und Wohnorte Fürth die Glaubenstreue 1l Ein ״gutes Wörtchen das mir von glaubwürdiger Seite als verbürgte Tatsache mitgeteilt wird, ist folgendes: Einer seiner Schüler, der sich später eines bedeutenden Rufes als Gelehrter erfreute, blieb im Lernen etwas zurück, weil seine Fassungsgabe nicht so gut war, wie die seiner Mitschüler. Es wurde gerade der Traktat Chulin gelernt Während aber die anderen schon am Abschnitt ד,בשר hielten, war jener noch mit dem Abschnitt •גיד הנשי beschäftigt. Einem seiner Mitschüler, der dieses R. Wolf Hamburg meldete, gab dieser die witzige Antwort: ״Sein ניד הנשיי hat in meinen Augen mehr Wert als euer כל הגשר",

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