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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1909-01-01 · VI. 1908 - 5669 (1909) · page 218

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VI. 1908 - 5669 (1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 218)
Language
German
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190 Melcbe, eine zweite Tochter des R. David Strauss, Namensträgerin seiner Grossmutter, war die Gattin des Neta Schloss in Frankfurt a. M., wo sie am 4. Adar (2. März) 1789 starb1). Eine dritte Tochter verehelichte sich mit Lipmann b. Mose Schiff in Hameln, der der Familie des מהר״ם שיף angehörte. Als Schwestersohn der Jitchen Hameln in Frankfurt a. M. wurde R. David Strauss in deren Testament mit einem Legat bedacht 2). Im Spätjahr 1762 wurde über die vakante Rabbinatsstelle in einer Versammlung der Fürther Gemeinde debattiert. Trotz der grossen Lasten aus Anlass des siebenjährigen Kriegs und der infolgedessen der Gemeinde auferlegten enormen Kriegskontribution von 20000 fl.3) wurde dennoch beschlossen, die Stelle bald wieder zu besetzen. Die Wahl fiel in erster Linie auf R. Jecheskel Landau, Oberrabbiner in Prag, der, hiervon benachrichtigt, sich eine längere Bedenkzeit erbat und erst im Spätjahr 1768 die Annahme endgiltig ablehnte. In zweiter Linie wurde die Stelle dem Glogauer Rabbiner Salomo Dob Berusch4) angetragen und eine besondere Estafette an ihn abgeschickt. Als auch dieser sich ablehnend verhielt, wurde R. Josef Steinhart gewählt, der die Wahl annahm5). 18. JosefSteinhart. Am Anfang des 18. Jahrhunderts in Steinhart, einem Dorf in Bayern (Mittelfranken) geboren, erhielt Josef von seinem gelehrten Vater Mendel eine sorgfältige Erziehung und genoss auch dessen Unterricht in Bibel und Talmud. Er besuchte alsdann die Jeschiba des R. Jakob Popers6) (שב יעקב) in Frank- 1) Inschriften No. 3988. 2) Memoiren der Glückei Hameln ed. Kaufmann, Vorwort p. XLV1I. 3) Vgl Henle p. 154, Fronmüller p. 143 ff. und meine Mitteilung in Geigers Ztsch. f. Gesch. d. Juden in Deutschland II, 89 n. 1. 4) Sohn d. R. Hirsch Biale (Hirsch Charif) in Halberstadt und Schwiegersohn des R. Jakob Josua Falk (פני יהושע); er beteiligte sich an dem Kampf gegen Wessely; vgl. mein Nathanael Weil p. 72 n. 5. 6) Der Volkswitz in Fürth sagte: Die Wahl dauerte so lange und wurde dann steinhart. 6) Steinhart beruft sich oft auf die Entscheidungen seines Lehrers; vgl. *זפדון יוק p. 39 a, 57 b, 88c. u. a-, באר יעקב (von R. Jakob Berlin) p. 94 <1•

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