Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 216)
- Language
- German
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18S Zum würdigen Empfange des Rabbiners wurde, laut Protokollbuch v. J. 1748, vom Gemeindevorstand beschlossen, ihm einen Abgesandten bis zu zwölf Meilen von Fürth entgegenzuschicken, für die Reisekosten 50*Dukaten, für die Hauseinrichtung 175 fl. und als Deraschageschenk ihm einen silbernen Becher im Werte von ca. 50 Tlr. zu geben. Bei Strafe wurde verboten, ihm entgegen zu gehen, zu fahren oder zu reiten; dagegen sollten die zwei neuen Vorsteher und die zwei Rabbinatsassessoren (R. Josel Rindskopf und R. Seligmann Dinkelspühl) mit zwei Kantoren in zwei Kutschen dem Rabbiner entgegenfahren und bei ihm übernachten. Die übrigen Vorsteher sollten ihn in seinem Wohnzimmer begrüssen und am ersten Sabbath nach seinem Einzuge sollte nach Mincha auf Kosten der Gemeinde ein Essen stattflnden, wozu sämtliche Vorsteher und Kassierer, sowie die beiden Rabbinatsassessoren eingeladen wurden. Mit diesen Ehrenbezeugungen empfangen, traf R. David Strauss in Fürth ein. Hier verbrachte er 1872 Jahre lernend und lehrend und genosss in hohem Masse die Achtung aller Mensehen, die mit ihm in Verkehr traten. Sein grosses Wissen verschaffte ihm bedeutendes Ansehen und besondere Verehrung, die durch das ihm eigene unablässige Streben, alle Wissensdurstigen au den Quell der heiligen Lehre hinzuführen und ihre Kenntnisse zu fördern, noch gesteigert wurden. Je grösser der himmlische Segen war, den der fromme Gelehrte für seine hingebungsvolle Tätigkeit erwarten durfte, desto geringer war der irdische Lohn, der ihm vonseiten der Gemeinde zuteil wurde. ״Der jetzt lebende Rabbiner David Strauss“, schreibt Würfel im Jahre 1754 (hist. Nachrichten p. 59), ״konnte bei seinen vielen Kindern mit der Gage (400 Rtl.) nicht auskommen, darum hat ihm Kahl auf sein inständiges Bitten, drei Jahre lang, jährlich 200 fl. Zulage gegeben“. Im hohen Alter von 81 Jahren starb er am Freitag, 28. Ijar (21. Mai) 1762 nachmittags zwischen 5 und 6. Uhr und wurde etwa zwei Stunden später beerdigt. Da wegen des bevorstehenden Sabbathanfangs keine Leichenrede gehalten werden konnte, so fand am 9. Siwan ein Trauergottesdienst in der alten Synagoge statt, bei dem die Rabbinatsassessoren R. Juda Emrich, R. Wolf