Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 193)
- Language
- German
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165 er grosses Ansehen, denn die Gemeinde übertrug ihm das Vorsteheramt, das er längere Zeit bekleidete. Später wurde er durch Gemeindebeschluss auch mit der Ausübung von Babbinatsfnnktionen betraut1). Ein bestimmter Zeitpunkt lässt sich hierfür nicht feststellen; es scheint, dass er jedesmal, wenn der Babhinatssitz frei wurde, oder dessen Inhaber verhindert war, seinen Berufspflichten nachzukommen, als Verweser die Stellvertretung übernahm2). So wissen wir, dass er im Frühjahr 1656 in Fürth einen Scheidebrief ausstellte, der durch einen Boten befördert wurde. Einige Fehler, die sich in dem Scheidebrief und in der Vollmacht vorfanden, erregten Bedenken. Die deshalb entstandene Frage nach der Bechtsgiltigkeit der Scheidung wurde von B. Gerson Ulif, damals Rabbiner in Prossnitz, seinem Schwiegervater R. Menachem Mendel Krochmal in Nikolsburg zur Ent- Scheidung vorgelegt. Dieser erklärte die Scheidung für giltig, da die Fehler nicht R. Meir, sondern dem Schreiber zur Last fallen, wenn auch aus dem Briefe des R. Meir hervorgehe, dass er mit der hebräischen Ausdrucksweise nicht besonders vertraut sei. Das von R. Meir hierbei gezeigte Auftreten war sehr bescheiden 3). Die Abschrift einer Urkunde über den Ursprung des Namens Nadler wurde von R. Meir a. 1664 besorgt4). In den Jahren 1668/70 gründete er die זדק דמצבות in Fürth (Eintrag im dortigen Vereinsbuch). Er stand auch mit Wagenseil und Arnold in freundscbaftlichem Verkehr und ist zweifellos mit jenem R. Meir identisch, der im Besitz des hdsch. הסד לאברהם von Asulai war5). 1J Im Sterberegister der Gemeinde (I No 339) heisst es von ihm היה במה שנים פו״מ דקהלתינז ועסק בצרבי צבור באמונה ואת״ב התועה והתחברו 1ד.וברר על פי קהל יצ״ו להיות אב״ד ומורה צדק במה ובמה שנים בקהלתיגו. 2) Der Ausdruck במה ובמה שנים (s. vorhergehende Note) scheint hierauf hinzudeuten. In der Approbation zu זקוקין ינזרא (Prag 1660?) wird er in der Uebefschrift als מורה צדק דק״ק פירט bezeichnet. 8) Die ganze Angelegenheit wird in שו״ת צמח צוק No. 10 behandelt R. Meir sagt dort von sich אין אני אהד מאנשי השם זלא הלבתי בגדולות ובנפלאות ממני ולא הגעתי אפילו לרועה צאן. Der dort genannte Rabbiner Bär von Prag ist wahrscheinlieh Isachar Bär b. Jecheskel Horwitz, später Rabbiner in Hanau. 4) Rahmers Lit. Bl. 1885 p. 151. 6) Sota p. 1163. Kaufmann (letzte Vertreibung p. 201 n. 1) will in