Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 83)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2132-3488938- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sprachliches und Sachliches aus dem Talmud* *). Ton Rabbiner Dr. H. Ehrentreu in München. XI. 1. Eine noch wenig besprochene und meines Wissens noch nicht erklärte Talmudstelle soll in folgendem erörtert werden. Diese Stelle befindet sich im Traktat Kidduschin 30 a am Ende und bildet das Bruchstück einer offenbar sehr alten Baraitha, wie sich an allen Anzeichen erkennen lässt. Sie hat folgenden Wortlaut: ת״ר חמשת אלפים ושמנה מאות ושמנים ושמנה פסוקים הוו פסוקי תורה יתד עליו תהלים שמנה חסר ממנו דברי הימים שמנה. ״Unsere Rabbinen lehrten: 5888 Verse enthält die Thora, der Psalter hat deren um acht mehr, die Chronik um acht weniger“. Diese Baraitha ist ganz und gar unverständlich und ein Versuch zu ihrer Erklärung ist, wie gesagt, meines Wissens noch nicht gemacht worden1). Jede ihrer drei Zahlenangaben erregt in steigendem Masse unser Erstaunen und Befremden. Betrachten wir diese der Reihe nach. 2. Nach massoretischer Zählung enthält die Thora 5845 Verse, unsere Stelle gibt sie auf 5888 an, es ergibt sich also ein Plus von 43 Versen. Doch diese verhältnismässig geringe Verschiedenheit erklärt sich leicht aus einer von der maserigen verschiedenen Abteilung der Verse. In Kidduschin a. a. 0. wird bereits gesagt, dass die Palästinenser manche Verse anders abzuteilen pflegten, so dass z. B. der Vers Exodus 19, 9 in drei abgeteilt *) Vgl. Jahrbuch IV S. 141-168. *) In den תשו׳ הגאונים findet sich eine Anfrage darüber, aber die Antwort ist ganz unbefriedigend.