Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
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41 An demselben Tage wird verfügt, dem H. Roby Leao solle, wegen seiner grossen Bedürftigkeit, eine Unterstützung von 12 Reichstalern gezahlt werden. Zweien Tudescos, welche hierher gekommen sind, um Busse zu tun (fazer penitenssia), sollen 6 Reichstaler verabfolgt werden und zwar 2 für hier entstandene Ausgaben und 4 für die Reise. Am 1. Elul wurde von allen Kanzeln eine Eseama* 2) verkündet, welche ungefähr folgendes besagt : Der Maamad mache Gebrauch von der ihm erteilten vollen Befugnis, das anzuordnen, was er für das Wohl der Nation als das Zweckmässigste hetrachtet. Er sei nun zu der Einsicht gelangt, dass der Wahlmodus, wie in den im vorigen Jahre verkündeten Escamott vor־ geschrieben, mit Unzuträglichkeiten verknüpft ist. Unter Berufung auf den geleisteten Eid halte er es für richtig, den Wahlmodus in der Weise zu reformieren, dass dieser Maamad am Ende des laufenden Jahres aus der ganzen Gemeinde fünf Herren erwählt, und zwar zwei Deputierte und drei Memunim, von denen einer Schatzmeister sein soll, um mit den zweien, welche zuletzt präsidiert haben, die Zahl der Sieben zu bilden. Von den Memunim soll abwechselnd einer zwei Monate hindurch das Präsidium führen und zum Sefer rufen lassen, mit Ausnahme des zum Schatzmeister ernannten, welcher mit Rücksicht auf sein Amt von dieser Funktion dispensiert sein soll. Den beiden Deputierten soll es obliegen, die Angelegenheiten mit dem Senat wahrzunehmen, wozu sie nötigenfalls noch eine ihnen geeignet erscheinende Person hinzuziehen dürfen. In dieser Weise soll fortgefahren werden, indem immer die zwei, welche zuletzt das Präsidium geführt hatten, mit den fünf Neuerwählten den neuen Maamad bilden. Diese Eseama soll niemals aufgehoben werden, es sei denn, mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der Stimmen des zur Zeit fungierenden und des jüngst vorhergehenden Maamad. (Uebersetzung.) Verzeichnis der Tudesquos, welche unter der Bezeichnung als Dienstboten der Nation (criados danagäo)2) in hiesiger Stadt *) Richtiger ״Hascama“. 2) Also nicht tatsächlich als Dienstboten, sondern um unter dieser Bezeichnung die ihnen sonst verweigerte Erlaubnis zur Niederlassung zq erlangen.