Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VI. 1908 - 5669 (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- – (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3486266-3486277--2113-3488919- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
36 » Da die Gemeinde den Jacob Namias de Gastro1) vielfach zur Erledigung vorkommender Angelegenheiten nötig hat, wird dieser zum Sachwalter (procurador) dieser Gemeinde mit einem Jahresgehalt von 40 Reichstalern angestellt. Seitens der Mitglieder der Herrlichkeit(-Synagoge) wird angezeigt, der Hauseigentümer des in jener Strasse belegenen Bades verlange, die Herren des Siebener-Collegiums resp. einer von ihnen solle den betreffenden Mietecontrakt (escrito do alugel) unter zeichnen. Verfügt: Keiner der 7 Herren soll denselben unter» schreiben. Bestimmt, die Witwe von Simäo Enriques soll das Mehl zuden Mazzoth liefern, aber nicht in Zukunft damit fortfahren, weil der Vorstand die Herstellung der Mazzoth dem Izaque Namias und dem Mosseh Gidon in Pacht (arrendamento) gegeben habe und zwar das Pfund weisser Mazzot zu 3 ß, die geringere Qualität zu 21/2 ß und die Simurim a 3^. Man solle sich bemühen, zur Herstellung der Mazzot einen Backofen zu bekommen, falls die Eigentümerin des Ofens an der Herrlichkeit von ihrer Geistlichkeit nicht die Erlaubnis erhält, ihren Backofen herzugeben. Es wurde beschlossen, eine besondere Kutsche zur Beförderung der Leichen nach dem Bet Haim anzuschaffen. Mit dieser Besorgung werden die Vorsteher der Hevra beauftragt, welche auch ein Gelass zum Unterbringen der Kutsche besorgen sollen. An den Tagen, wo Surott stattfinden, soll es, wie früher, gestattet sein, zu predigen und sollen die betreffenden Veranstalter der Surott sich hierzu einen beliebigen Redner wählen dürfen. Es wurde verordnet, man solle fertige Declarationen (Formulare?) über die Abgabe der Nation verabfolgen, damit alle dieselben gleichmässig ausstellen und unterzeichnen. Die Geistliehen sollen von den Kanzeln verkünden und bekänntmachen, *) Die ״gottesfürchtige und tugendsame“ Hanna, Tochter dieses Dr. Namias de Castro, war es, auf deren *Veranlassung um das Jahr 1698 die ersten gottesdienstlichen Zusammenkünfte portugiesischer Juden im Haag und zwar im Hause ihres Ehemannes Jahacob Abenacar Veiga stattfanden. (Siehe Henriquez Pimentei, Geschiedkundige aanteekeningen betreffende de Portugeesche Israelieten in den Haag.)